Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Wanderung’

Diemelsee im Herbst
Nun kommt endlich noch die Route zum Diemelsee als Ergänzung zu meinem Beitrag „Wandern mit Kind – Motivation und Entschleunigung


Eckdaten: 

Ort: Heringhausen, Talsperre „Diemelsee“, Hoch-Sauerland, Upland, Nähe Brilon

Wanderroute: Teilstrecke der Route „H6“ (siehe Karte)


Startpunkt: Parkplatz nördlich der Brücke am westlichen Teil des Diemelsees (vor dem Campingplatz)

Wegstrecke:
zu Fuß 9-10 km zzgl. Fährüberfahrt (20-30min)

Schwierigkeit:
einfach, Kinderwagen geeignet

Fähre: 

  • Abfahrt stündlich zur vollen Stunde ab Diemelseetalsperre (später Morgen bis später Nachmittag)
  • Kosten: pro Erwachsener – einfache Überfahrt (ca. 30 min) nach Heringhausen ca. 2,50 € / Rundfahrt (ca. 60 min) ca. 4,50 €. / Kinder sind ermäßigt.
  • Hinweis: schmale Rollstühle und Kinderwagen können i.d.R. transportiert werden.

Nun aber meine Eindrücke zur Route selbst. Sie hat genau genommen 3 Abschnitte.

1. Routenabschnitt

Wirklich schön ist der erste Abschnitt, vorbei am „Hohen Rad“ bis nördlich zum Naturschutzgebiet Diemelsee. Der See endet dort – etwas oberhalb der Karte – und der reine Wanderweg führt dann über eine kleine Brücke zur Straße.

In diesem ersten Abschnitt säumten die unterschiedlichsten Pilze direkt den Wegesrand. Wir sahen z.B. wunderschöne Exemplare von Fliegenpilzen, Bovisten, Maronen, Champignons uvm.


img_1305

 

 

Ich muss ehrlich sagen, dass ich beim Bewundern der Pilze am liebsten Homa Jordis mit dabei gehabt hätte, die auf ihrem Blog „Waldmeierei“ allerhand über Pilze schreibt. Sie hätte mir wohl sicher jeden Pilz bestimmen können.

Bei der Hälfte der Strecke – nach etwa 5 km – gibt es eine Möglichkeit, auf die Fähre zuzusteigen, welche nach Heringhausen – über die Haltestelle Diemelseetalsperre – fährt. Diese legt jede Stunde am Bedarfshalt an. Das schafft sie wider Erwarten trotz des flachen Wassers und des fehlenden Bootsstegs: Der Einstieg erfolgt an diesem Halt über den Bug. Nur möchte ich bezweifeln, ob über diesen Weg ein Rollstuhl an Bord der Fähre gehievt werden kann… 🤔

Während des Weges gibt es mehrere Möglichkeiten, bis ans Wasser zu treten, um ein paar Steine reinzuwerfen oder einfach nur die Ruhe des Sees zu genießen. Auch einige Sitzgelegenheiten laden zur Rast ein und mit etwas Glück findet man in Saisonzeiten sogar Himbeeren oder Brombeeren.

Am besten hat mir aber der Herbstwald gefallen, der an diesem Tag seine Wirkung voll entfalten hat. Die Strecke ist wirklich traumhaft!

Der 2. Abschnitt

Der Rückweg erfolgt von der nördlichen Stelle des Sees bis zum Fähranleger entlang einer Straße – dafür aber ebenfalls direkt am Ufer.

Beruhigend fand ich, dass es einen breiten Fußweg gab. Aber – ganz ehrlich – im Vergleich zum ersten Abschnitt war das für mich nur noch der notwendige Weg, der noch überbrückt werden musste. Es ist einfach nicht mein Fall, wenn ein Motorrad mit 100 Sachen an mir vorbei rauscht… Die vielen Parkmöglichkeiten haben zum Glück den Abstand zur Straße an vielen Stellen noch etwas vergrößert.

In diesem Abschnitt sahen wir viele Angler am Ufer sitzen und mir erschien der Wassereinstieg im Vergleich zum ersten Abschnitt auch etwas flacher. Im See leben in der Tat einige beliebte Speisefische, untere anderem Aal, Forelle, Zander, Hecht und Wels, die wohl Anglerherzen höher schlagen lassen.

Aber auch ohne die Angel auszuwerfen gab es einige schöne Stellen, die zur Rast einluden. Wir sind sogar an einem kleinen Badestrand (mit extra Hundestrand) und einem weiteren Spielplatz vorbei gelaufen. Dass Baden an der Talsperre erlaubt ist, ist übrigens nur möglich, weil der See nicht zur Trinkwasserversorgung gedacht ist, sondern zum Hochwasserschutz.

Tipp: Am See gibt es neben dieser Stelle auch noch weitere Badestellen, die sogar alle kostenlos sind, in Heringhausen inklusive kleiner Wasserrutsche.

Dann sahen wir endlich die Ankündigung zum Fähranleger. Allerdings erwartete uns gleichzeitig ein touristisches Ballungszentrum: Unmengen an gastronomischen Einrichtungen vom Imbiss bis zum Restaurant reihten sich aneinander. …unglaublich, wie viele Kalorientankstellen man auf so kleiner Fläche unterbringen kann… Und demzufolge befanden sich auch unzählige Urlauber und vor allem auch Mottoräder an diesem Ort.

Dennoch, auch wenn dieser Trubel eher nicht so mein Ding ist: Ich war in dem Moment nur froh, dass wir da waren, der Kleine durchgehalten hatte und ich endlich eine Toilette aufsuchen konnte (geht es eigentlich allen Frauen so?)…😊
Wir chillten dann (relativ) entspannt bei einem Imbiss und Kaffee in einem der Besuchermagneten mit Blick auf den See.


Dort entstand übrigens auch das Foto von DEM Bloodhound. 😊

Total ungewohnt fand ich nebenbei bemerkt, dass im Restaurant geraucht werden durfte. In Hessen ist das wohl noch erlaubt. Ich dachte bis dahin, wir sind schon in NRW, das Sauerland liegt aber an der Grenze…

Kleine Abschweifung: In Thüringen gibts das seit Jahren nicht: Da müssen sich Raucher vor die Tür stellen, oder sie sitzen gleich Draußen….

Dann gingen wir zum Fähranleger, der direkt hinter dem gastronomischen Zentrum liegt.

 3. Abschnitt – die Fährüberfahrt


Und ich bekenne mich: Ja, ich liebe Schiffe, egal ob Ruderboot, Kanadier, Motorboot, Segelschiff, Autofähre oder Ausflugsschiff…. Daher war das auch für mich ein runder Abschluss unserer kleinen Tour. Die Fähre war pünktlich da und die Gäste zahlten erst beim Aussteigen. Also mussten wir noch warten und die (auch meine) Anspannung stieg: Wann dürfen wir endlich drauf?!! Dann ging es los und wir setzten uns gleich vorn in den Bug. Ein Rollstuhlfahrer wurde noch an Bord getragen – auch das ging – wenn auch unter Einsatz aller Kräfte. Das Schiff legte ab und wir genossen gänzlich in uns versunken sowohl das Schaukeln als auch die wunderbare Aussicht über den See, während der schmucke Kapitän hin und wieder etwas erzählte und ganz entspannt alle Fragen der Gäste beantwortete. Ich hätte ehrlich gesagt noch eine Stunde länger fahren können, so nett war das. Das hat in jedem Fall den langen Weg an der Straße wieder gut gemacht.


Und auf der Fähre habe ich mal wieder festgestellt: Wie schön ist es doch, Kinder in ihrer Begeisterung in solchen Momenten ganz still zu beobachten.

4. Die Ankunft

Für mich kamen wir nach etwa einer halben Stunde Fahrt viel zu schnell in Heringhausen an und sind leider auch nach nur 10 min Fußweg (über die Brücke), zurück an unserem Parkplatz gewesen. Und ich kann wirklich sagen: Es war eine wunderbare Tour, auch wenn sie Ecken und Kanten hatte. Aber am Ende des Tages waren alle zufrieden und konnten in dieser Nacht besonders gut schlafen. 😊

Advertisements

Read Full Post »

Wir haben uns entschieden, mit unserem Jüngsten (4 Jahre) einen Teil des Rundweges um die Talsperre Diemelsee (Hochsauerland) zu laufen (es folgt noch der Bericht der Route). Dabei war uns nicht klar, wie weit das sein würde. 

Das Herbstwetter erfreute uns aber mit milden Temperaturen und bunten Farben. Zudem hatten wir Zeit und Lust und zur Not einen Rücken zum Tragen. Ein schönes Ziel war die Abkürzung mit der Fähre, die uns wieder zurück nach Heringhausen bringen sollte.

Letzten Endes war der Weg doch länger als geplant. Ich hatte zuvor mit 6 km geliebäugelt, es wurden etwa 10 km. Ich gebe zu, eine kürzere Strecke wäre mir lieber gewesen und in manchen Momenten wusste ich nicht, ob wir den Weg ohne Gequengel unseres Jüngsten schaffen würden. Aber es war gut machbar. Das hat mich gleichzeitig erstaunt und doch mein Gefühl bestätigt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Kinder mehr Energie als Erwachsene haben, aber gelernt ist bei mir dennoch der Satz: „Der ist doch noch so klein, der kann noch nicht so lange laufen“. Das stimmt allerdings nicht. Denn immer, wenn wir es wagen und selbst gut dabei sind, wird offensichtlich, dass viel mehr geht, als wir selbst denken und zwar indem wir das Kind integrieren. Und das erfordert, das Kind wahr zu nehmen und auch in seinem Sinne zu handeln. Denn möglich war diese Strecke, weil wir uns keinen Stress gemacht haben und bei kindgerechtem Tempo (2-3km/h) mit Lust und Laune voran gegangen sind (Vorbild), inklusive vieler Entdeckerpausen (Spiel). Dadurch war für uns Erwachsene klar: Wir werden langsam machen und uns auf den Moment einlassen müssen. Das hat auf jeden Fall bei mir dazugeführt, dass ich von meinem Tempo mal runter gekommen bin. 

Der Kleine hat gut durchgehalten, weder geweint noch getobt und musste auch nicht getragen werden. Zwar fragte er dann doch irgendwann, ob wir uns wohl verlaufen hätten, aber das Ziel (die Fähre) war klar und verlockend. Dazu haben wir den Fokus auf das Hier und Jetzt gelegt. 

Und da gab es allerhand zu entdecken: 

Wir haben Unmengen Pilze bewundert, ein paar gesammelt und nicht wenige sind der „Pilzpatsche“ (wohl abgeleitet von Fliegenklatsche) zum Opfer gefallen. Die Pilze waren, wenn ich es mir überlege, das tragende Element dieser Tour gewesen: Wir sind wie Christoph Columbus von einem Pilz zum nächsten gelaufen, jeweils begleitet mit euphorischer Entdeckerfreude “ Noch-einer!“
Aber es gab nicht nur Pilze… Eine Nacktschnecke wurde freundlicher Weise mit einem Blatt vor zu hoher Sonneneinstrahlung geschützt und wir haben auf einer Bank die Wegzehrung eingenommen und danach gleich das Zuviel an Wasser in der Wiese entsorgt. Beim Laufen wurde mit einem Stock die Erde gepflügt und die passende Säh-Maschiene hat Rillen in den Boden gefräst. Wir haben einen Spielplatz getestet, Steine ins Wasser geworfen und über Angelmethoden – „der hat zwei Tiefseeangeln!“ – gefachsimpelt, und sind mit den Füßen durchs Laub gewuschelt….
Alles in allem war es eine sehr erlebnisreiche Zeit und auch im Rückblick in dieser Art mit Kind wunderbar erlebbar. 


Der Schlüssel des guten Tages war unserer Wille, das gemeinsam zu schaffen, unsere Lust auf Natur und Bewegung, eine gewisse Gelassenheit und der Fokus aufs Kind. Zudem haben wir in keinem Moment „du musst“ gesagt und Zwang ausgeübt. Wir sind so rangegangen, dass wenn es nicht mehr gehen würde, eine Lösung gefunden wird – und wenn dann einer das Auto holt oder das Kind getragen wird… 

Damit möchte ich allen Eltern junger Kinder Mut zusprechen: 

Traut euren Kindern mehr zu! Die schaffen das schon! Und wenn ihr so was plant, dann natürlich Schritt für Schritt steigern. 😉

Read Full Post »

Wie angekündigt möchte ich meine absolute liebste Wanderroute in Jena vorstellen. Diese ist super für Familien mit Kindern geeignet, auch mit kleineren, vielleicht ab 4-5 Jahren schon etappenweise schaffbar.

Jena kennen viele nur von der Autobahn und fahren ganz schnell weiter. So ging es mir auch jahrelang, bis ich irgendwann hier gelebt habe und Jena kennenlernen durfte. Das Schöne in Jena ist, dass man fast von überall in 15-30 min zu Fuß mitten im Grünen ist.

Jena liegt im Tal, eingebettet von Bergen und Wald. Das sind schroffe und zuweilen imposante Kalksteinhänge, das Wandernetz ist gut ausgebaut. Es gibt sogar jährlich im Frühjahr eine 100km (!) Wanderung um Jena. Aber ich mag lieber entspannte Runden, mal mit oder ohne Kinder. Ich mag die Aussichtspunkte und die vielen Möglichkeiten zum Verweilen.

Nun also für alle, die Lust haben, selbst loszulaufen:

Meine konkrete Wanderroute als Empfehlung: Innenstadt-Landgrafen- (Napoleonstein)-Papiermühle-Innenstadt.

Startpunkt ist die Innenstadt am Jentower/Johannistor

Es gibt mehrere recht steile Aufstiege zum Landgrafen, ich würde den an der Straße „Landgrafenstieg“ empfehlen, direkt neben dem Physikalischen Institut, beim „Philosophenweg“. Vom Jentower bzw. Johannistor geht man dafür an dem Imbiss-Häuschen („Fritz-Mitte“) vorbei die gepflasterte kleine Straße („Am Heinrichsberg“) hoch bis zur Ampel, die man überquert. Dort beginnt weiter geradeaus der Philosophenweg, den man vorbei am historischen Friedhof, der Mensa, den Einrichtungen der Uni bis zur Kreuzung („Max-Wien-Platz“) entlang geht, von wo etwa „11 Uhr“ der Landgrafenstieg neben dem Physikalischen Institut abzweigt. Diesen geht man weiter und beginnt damit den Aufstieg.

Wanderroute – Der Landgrafen

Wenn man nach den sehr vielen Treppen (mit Geländer) und einigen sehenswerten Villen oben auf dem Landgrafen angelangt ist, kommt man gleich am gleichnamigen Restaurant vorbei.

Abstecher: Das Landgrafenrestaurant 

Landgrafen Restaurant Jena

Landgrafen Restaurant Jena (Foto: Landgrafen)

Im eher noblen Landgrafenrestaurant kommen besonders die auf ihre Kosten, die es zum Kaffee etwas luxuriöser mögen, denn hier kann man mit weißer Tischdecke, edler Bedienung und Kerzenschein und am Panoramafenster mit imposanten Ausblick über Jena seinen Espresso schlürfen und ein Stückchen Kuchen essen. Das warme Essen ist gut bis sehr gut, aber nicht gerade etwas für zwischendurch, da es doch etwas kostspieliger ist. Es kann gut sein, dass dort gerade eine Hochzeit oder ein Empfang stattfindet und das Restaurant geschlossen oder nur mit Nebenräumen (ohne Blick) geöffnet ist. Mit Wanderschuhen fühle ich mich je nach Tagesform eher deplatziert, habe ich aber auch schon ein paar mal trotzdem gemacht und bin damit auch nicht die einzige. Draußen gibt es noch ein schicke Kaffeeterrasse auf der Rückseite und im Sommer manchmal einen kleinen einfachen Ausschank/Imbissbereich auf der Eingangsseite (Manchmal mit Bratwurst), der vor allem für das Wanderpublikum gedacht ist. Nett finde ich dort den kleinem überdachen Sandkasten für die Allerkleinsten. Wenn man plant, drinnen oder draußen zu essen, würde ich aber dringend empfehlen, kurz vorher anzurufen, ob geöffnet ist. Toiletten gibts am Eingang, ohne direkt in den Gastraum gehen zu müssen.

Wer sich übrigens den Aufstieg sparen will… Der fährt mir dem Taxi oder eigenem Auto bis zum Parkplatz.

Wanderroute – Aussichtspunkt über Jena auf dem Landgrafen

landgrafen-aussicht

Quelle: Quaeldich.de

Mit dem Ziel einer kleiner Wanderung kehrt man jetzt aber eher noch nicht ein, sondern geht gleich links weiter und gelangt nach wenigen Metern zum ersten imposanten Ausblick über Jena. Dieser ist direkt über der Innenstadt: Man kann von dort die Stadtkirche, viele Institute der Universität, Wohnhäuser, Gebäude und sehr nah den Jentower gut sehen, bei klarer Sicht auch die Leuchtenburg (Kahla). Der Ort mit seinen 6-7 Bänken ist sehr beliebt und gut besucht, auch zu Silvester. Und so saß ich zu meinem Neujahrsspaziergang auf der Bank neben diversen Raketenresten… Zu anderen Zeiten ist der Weg sonst aber sauber.

Abstecher: Aussichtsturm und Waldspielplatz auf dem Landgrafen

Mit Kindern könnte man auch noch auf den Aussichtsturm (ca 2€) oder den kurz dahinterliegenden Waldspielplatz gehen, wo die sie spielen können (Rutsche, Wippe, Schaukel und Kleinkinderwippen, Karussell, KEIN Sandkasten) und die Erwachsenen derweil ein paar Übungen an den Geräten des Trimm-dich-Pfades absolvieren dürfen oder mit einem Buch auf einem der vielen Bänke am Spielplatz abhängen können. Der Ort ist in der Regel sehr ruhig, oft sind nur sehr wenige (oder keine) Familien da. Manche Familien machen auch ein Picknick auf einem der Bänke und gehen dann wieder zur Stadt runter.

Waldspielplatz auf dem Landgrafen in Jena

Wanderroute – Richtung Napoleonstein

Die geplante Wanderung geht aber nun weiter Richtung Napoleonstein und folgt dafür am besten der Ausschilderung.

Abstecher: Napoleonstein

Napoleonstein Jena

Napoleonstein Jena. Quelle: Wikipedia

Wer eine längere Tour plant, kann einen kleinen Abstecher machen und über die Naturwiese den Napoleonstein beklimmen, auf dem damals die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1809 zwischen Napoleon und den preußischen Truppen begann. Der Weg ist etwas steiler und oben ist es meist windig, der Berg selbst heißt daher auch „Windknollen“. Im Winter ist es gut machbar, bei Schnee den steilen Berg runter zu rodeln, allerdings habe ich ganz schön mit dem Schlitten zu tun, den überhaupt dort hoch zu bekommen. Zu DDR-Zeiten war das Gelände als Truppenübungsgelände von Panzern befahren. Dadurch blieb es recht ursprünglich: Man findet dort zuweilen Silberdisteln und andere seltene Pflanzen, wie Orchideen.

Abstecher: Reiterhof 

Wenn man zum Napoleonstein hoch gelaufen ist, könnte man dahinter noch ein kleines Stück weiter in Richtung Cospeda laufen und kommt oben auf dem Plateau zu einem Reiterhof, dessen romantische Pferdekoppel am Rande der Natur und damit sehr imposant liegt. Der Hof hat auch einen Tag der offenen Tür mit Kinderreiten. Leider ist die Webseite nicht so aussagekräftig.

Wanderroute: Waldweg

Ich selbst gehe meist nicht nach oben zum Napoleonstein, sondern links vorbei am Hundetrainingsplatz und dann immer gerade aus, durch den Wald und dann gerade weiter durch ein Wäldchen mit jüngeren Bäumen. Der wenig genutzte Weg macht am Ende einen Bogen nach links, den man weiter verfolgt, bis man aus dem Wald rauskommt und direkt am Hang mit Blick über Jena steht.

Wanderroute Pause: 2. Aussichtspunkt

Der Ausblick ist auch hier immer wieder toll und erinnert mich an eine Spielzeugeisenbahnplatte. Wenn man Glück hat, sieht man einen Zug, da im Tal die Strecke nach Weimar/Erfurt gelegen ist.  An dieser Stelle oben am Hang ist zudem eine kleine Feuerstelle. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das eine offizielle ist. Das kann man bei der Stadt erfragen, wo die Feuer beim Ordnungsamt angemeldet werden. Am Hang verweile ich mit Blick über Jena gern im Sommer direkt am Boden im Gras zwischen den Heuhüpfern oder auf einer Bank im Winter. Hier kommen deutlich weniger Besucher hin und es ist schon recht ruhig. Der Platz ist also auch für ein Picknick gut geeignet, zumal dort noch eine kleine Wiese zu finden ist.

Wanderroute: Abstieg

Nach der Pause geht es weiter stadtauswärts (nach rechts), direkt am Hang entlang. Der Weg führt nach kurzer Zeit wieder in den Wald hinein und der Abstieg beginnt. Dieser ist anfangs sehr sanft und insgesamt gut mit Kindern möglich. Der Hauptweg geht ohne Abzweig bis nach unten über viele Wurzeln (Vorsicht, wenn es feucht ist – sehr rutschig) ins Tal. Man kommt an der kleinen asphaltierten Straße („Cospedaer Grund“) heraus, an der einzelne, zuweilen baulich sehr interessante, Häuser stehen . Diese Straße geht man weiter talwärts und landet am Ende bei der „Papiermühle“, direkt an der Erfurter Landstraße.

Wanderroute (Zwischen-)Etappenziel: Einkehr in der Papiermühle

Papiermühle Jena Biergarten

Papiermühle Jena – Biergarten (Quelle: Papiermühle)

Diese Wirtschaft und Pension „Papiermühle“ hat einen schönen Biergarten und eine große rustikale und gemütliche Gaststube mit gut bürgerlichem Essen oder Kuchen und eine eigene Brauerei. Der Biergarten liegt etwas geschützt hinter einem Nebengebäude, die Straße hört man allerdings. Dennoch sitzt man gut – es gibt eine Mischung aus schattigen und sonnigen Plätzen und besonders schön ist die Alte Linde in der Mitte des Gartens.

Als Wandergast ist man gut aufgehoben, aber auch, um dort abends essen zu gehen. Empfehlen möchte ich die Fassbrause (rot!, gibts aber auch in weiß und grün) oder wer gern Bier trinkt, das selbstgebraute Bier. Der Kuchen wird aus meiner Sicht nicht selbst gebacken –  manchmal deutlich zu kalt – ist aber dennoch ok und vor allem nicht so teuer. Ich lasse mir den immer gleich etwas warm machen, dann ist er super! Besonders lecker sind aber die in (Bier)Teig ausgebackenen Apfelringe mit Vanillesoße, dauern aber immer etwas länger. Das warme Essen ist preislich etwas intensiver. Also 10€ sollte man mindestens für ein Gericht einplanen. Wirklich lecker, traditionell und noch bezahlbar ist das Thüringer Rostbrätel mit Bratkartoffeln für 10€. Die Speisekarte (Auszug) ist online zu finden.

Wanderroute Alternative: Rückfahrt mit dem Bus

Nachdem man nun die Etappe geschafft und sich gestärkt hat, kann man überlegen, wieviel Lust und Kraft man zum Weiterlaufen hat.

Genau hinter der Papiermühle befindet sich die Haltestelle der Buslinie 16 (Haltestelle „Mühltal“) , die einen bequem ins Stadtzentrum (Einzelfahrschein derzeit 2€) befördert und regelmäßig fährt, selbst am Sonntag fährt immerhin alle 20min am Nachmittag ein Bus. Wenn man mit kleinen Kindern unterwegs oder nicht so gut zu Fuß ist, kann man hier fürs Erste also gut das Ausflugsziel als Ende setzen.

Wanderroute: Rückweg übers Leutratal

Schön ist aber auch der Weg zurück am schmalen Flüsschen „Leutra“. Diese Strecke umfasst bis zum Stadtzentrum (Einkaufszentrum „Goethe-Galerie“) noch etwa 2,5km (ca. 35min). Dafür überquert man direkt an der Papiermühle die Straße und geht gerade in die Querstraße Richtung Fluss. Vor der Brücke geht ein Fuß- und Fahrradweg nach links ab, direkt am Fluss entlang. Im Sommer ist der Weg besonders angenehm, da er unter vielen alten hohen Bäumen verläuft und damit schattig ist. Er hat eher einen Parkcharakter. Viele Jenenser machen hier kleine Spaziergänge, auch mit dem Hund. Der Weg ist also stärker frequentiert, im Gegensatz zu der Etappe auf dem Berg. An einigen Stellen kommt man an der Leutra auch direkt ans Wasser, um z.B. mit den Kindern ein paar Steine hinein zu werfen oder den Hund trinken zu lassen.

Der Weg führt direkt unterhalb des Westsportplatzes vorbei und kreuzt den West-Spielplatz.

Abstecher: Westspielplatz

Der Spielplatz ist in drei Bereiche gegliedert: ein Kleinkindbereich mit Mini-Sandkasten, ein Sandbereich mit kleinerem Klettergerüst und Rutsche sowie Flaschenzug mit Sandeimer. Und dann gibt es einen dritten Bereich für größere Kinder mit Kletterspinne und integrierter Rutsche. Ich glaube auch noch Tischtennisplatten gesehen zu haben.

Bänke gibt es nur wenige, man sitzt eher auf der Holzbegrenzung am Rand oder direkt im Sand, insbesondere an den Wochenenden zu Stoßzeiten.

Zu beachten ist, dass der Platz insgesamt eher sonnig ist. Gerade an heißen Tagen finde ich den Spielplatz in der Mittagszeit für kleine Kinder eher grenzwertig, dafür an kühleren Tagen super schön. Der Platz ist auch nicht direkt an einer großen Straße, sondern etwas geschützt und ruhiger.

Wanderroute: Etappenende bis zum Jenaer Stadtzentrum

Von Spielplatz geht man dann weiter den Weg immer am Fluss entlang. Man erreicht bald eine kleine Brücke, die man unterqueren muss. Dort ist ein kleiner „Wasserfall“ bzw. eine Stromschnelle, die sich gut eignet, um irgendetwas schwimmen zu lassen und damit eine kleine Motivation für die Kleinsten. Vorsicht ist an der Stelle vor Radfahrern geboten, da man die Stelle schlecht einsehen kann und die Fahrer meistens die Kinder nicht auf „dem Schirm haben“.

Graffiti Jena

Graffiti in Jena – Foto & Umsetzung: Quasar

Der Weg geht immer gerade weiter, und langsam ins bebaute Viertel und zunächst gerade über den als Parkplatz genutzten Jahnplatz, dann wieder abseits der Straße am Wasser entlang, vorbei an den Mauern mit Graffitis diverser Künstler, bis direkt zum Volkshaus, sowie dem Hotel Esplanade und der Goethe-Galerie. Dort ist man also wieder im Stadtzentrum angekommen und war bis dahin die meiste Zeit im Grünen. Je nachdem, wie viele Abzweige und Pausen man nimmt und je nach Tempo ist der kürzeste/schnellste gelaufene Weg  ohne Pause etwa 2 Stunden lang bei ca. 7km.

Wer eine Wanderkarte benötigt, dem empfehle ich die Karte „Mittleres Saaletaal, Jena und Umgebung“ (4,90€)- Maßstab 1:35.000.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Wanderspaziergang! 😊

Read Full Post »

Italien ist für mich Inbegriff von gutem Essen, gutem (und preiswerten) Kaffee, viel Lebendigkeit und steht vor allem für eine atemberaubende vielfältige Landschaft. Ein paar meiner Erfahrungen zu Ausflugzielen und leckeren Speisen möchte ich Euch zur Verfügung zu stellen.

Trentino – Val di Rabbi

Auf dem Weg zum Wasserfall mit kulinarischer Rast auf der Almhütte

Heute richte ich meinen Blick in das Trentino, das neben Südtirol viele, viele Berge mit wunderbaren Bergseen und Flüssen beheimatet. Man kann Fahrrad fahren, wandern und auf dem Wildwasser aktiv werden. Ich bin totaler Fan geworden.

Auf einer unserer vielen Wanderungen waren wir in diesem idyllischen Tal „Val di Rabbi“. Dort reinzufahren dauert schon eine ganze Weile, weil die Straßen, sehr klein, eng und kurvig sind und Italiener in der Regel so fahren, wie sie beim sprechen klingen (schnell und chaotisch). Also ich bin mindestens 5 mal unterwegs gestorben….

Wanderroute

Die Wanderung ist sehr empfehlenswert. Ich empfehle auch im Sommer warme Kleidung (Fließjacke und Regenjacke) mitzunehmen, weil es dort kühl werden kann. Mit dem Auto fährt man bis zum Ende der Straße (über Somrabbi) ins Tal rein. Es gibt einen kostenpflichtigen Parkplatz an einer Touri-Info für das Tal, wo auch für Kinder schöne Lerninfos und ein Themenpark vorhanden sind. Vom Parkplatz aus gelangt man nach ca. einer ½-1 Stunde an die Almgaststätte, wo Kühe und Ziegen bewundern werden können.

Nach einer Pause geht man ca. noch eine weitere Stunde und kommt zu einem wunderschönen Wasserfall, der eigentlich aus 2 Teilen besteht.

Auf dem Weg sollte man unbedingt festes Schuhwerk anziehen und trittsicher sein, weil der Weg nach oben geht, schmal wird und dann nur noch aus Steinen besteht. Für größere wanderfreudige Kinder (ab 9/10J.) aber geeignet und spannend.

Wer noch fit ist und den ganzen Tag nutzen möchte, geht noch nach dem Wasserfall weiter noch tiefer in den Nationalpark Stilfser Joch rein und damit vor allem auch höher.

Dort wird es sehr ruhig und man findet eine sehr verlassene und karge Landschaft vor. Wenn man Glück hat, kann man hier Murmeltiere beobachten. Für diese Tour benötigt man wirklich gute Kleidung, es war im Juli kalt und sehr, sehr windig.



Die Almhütte – Weg und Essen

Für viele der Gäste ist die Almhütte auf dem ersten Stück bereits schon das Endziel mit dem wunderbaren Blick auf die Berge. Dort kommen sogar Frauen mit etwas höheren Absätzen an und es fährt auch ein Shuttle-Bus alle halbe Stunde vom Parkplatz bis vor kurz vors Haus. Das fand ich persönlich etwas skurril, beschert damit aber nicht so aktiven Menschen trotzdem einen wunderbaren Ausblick. Der Fußweg zur Hütte geht auf einem breiten Feldweg (wo auch der Bus fährt) am Fluss entlang und ist einfach zu laufen und für Kinderwagen geeignet.

Nun zum Essen. Wir probierten Suppe, Nudeln und Käse und tranken Spuma. Alles ist sehr zu empfehlen.

Almkäse

Wunderbar ist die Käseplatte mit hausgemachtem Käse von der Alm (von Kuh und Ziege) und Brot. Hier zu sehen, die Käseplatte „piccolo“ (klein), für 6 Euro, die für deutsche Verhältnisse eher als RIESEN-Käseplatte durchkommen würde… Wir haben es neben dem Hauptgang nicht geschafft und freuten uns über einen zweiten Käseabend.

Die kleine Käseplatte

Spuma

Sehr lecker ist auch die „Spuma“. Das ist eine Kräuter-Limonade (kleines Glas 1 Euro), die überall etwas anders schmeckt und die es in Varianten zum Teil auch im Coop gibt (in der Toskana hatte ich sie allerdings nicht gefunden). Ich habe jede Gelegenheit genutzt, sie zu trinken. Die wohl bekannteste Sorte in Deutschland ist „Almdudler“.

Bohnensuppe  „Orzet

Diese Suppen sind typisch für Italien und vor allem für das Trentin. Diese Variante auf der Alm kam mit verschiedenem Suppengemüse, Speck und ganz vielen weißen Bohnen daher und wurde leicht säuerlich gewürzt und mit weißem Brot gereicht. Viele Italiener bestellten hier diese Suppe, was mir regelrecht auffiel. Die Suppe (Brei) macht wirklich satt und ist lecker. In Italien gibt es tatsächlich zig fertige solche Bohnensuppen-Mischungen, sowohl im Supermarkt als auch lose aus dem Markt.

Orzet und Spuma

Nudeln „Penne ala Pastora“

Die „Pastoren“-Nudeln wurden in einer Ricotta-Tomatensoße geschwenkt und waren wirklich, sehr sehr lecker!

Penne nach Art des Pastors

Fazit:

Eine gelungene Wanderung, mit der Möglichkeit, den Umfang und die Schwierigkeit flexibel und vor Ort zu bestimmen, von einer Wanderung für Alte und Kinder bis zum versierten Wanderer. Mit der Länge steigen Schwierigkeitsgrad, Kälte und Wind, Kargheit der Landschaft und Einsamkeit. Schwereres Stück für fitte Kinder ab (9)10 Jahre geeignet.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: