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Posts Tagged ‘Psychologie’

Manche Sachen bekommt man ja nur unter der Hand mit…. 😎
Wer schon immer mal Gerald Hüther live erleben wollte, hat am 25.11.2017 in Halle die Gelegenheit dazu. Der Hirnforscher spricht zum Thema „Das Geheimnis glücklicher Familien aus neurobiologischer Sicht“. 
Der Vortrag findet im Rahmen des Stiftungstages der Hans-Joachim-Maaz-Stiftung Beziehungskultur unter dem Tagungsthema „Beziehungskultur in Familien“ statt. Dazu sind weitere Vorträge von Psychologen, Ärzten, Philosophen usw. rund um das Thema Elternschaft und Kinder angedacht.

Mich spricht die „Tagung“ sehr an, weil ich mir gute Impulse für meine eigene Elternschaft erhoffe. Als Mutter merke ich doch auch immer wieder meine Begrenzung im Umgang mit bestimmten Themen. Klar, Bücher wie z.B. von Jesper Juul sind schon echt toll. Aber Live-Vorträge sind eben nochmal was anderes. Zumal man da ja häufig auch Fragen stellen kann.

Erwartet werden laut Webseite folgende Vorträge/Beiträge:

  • „Beziehungskultur in Familien“ (Hans-Joachim Maaz)
  • „Das Geheimnis glücklicher Familien aus neurobiologischer Sicht“ (Gerald Hüther)
  • „Frühkindliche Betreuung – Bindung und Stressregulation aus entwicklungsmedizinischer Sicht“ (Rainer Böhm)
  • „Rettet die Familie“ (Johannes Resch)
  • „Mütterliche Beziehungskultur“
 (Ulrike Gedeon-Maaz)
  • „Familien brauchen gute Väterlichkeit“
 (Matthias Stiehler)
  • Die Familie Sheridan – Der Film „In Amerika“ Beziehungskultur als Lebenskunstwerk (Otto Teischel)
  • Bericht zum Stiftungsprojekt „Fallsupervision in Kitas“
 (Sabine Stiehler
  • Projekt „Elternschule“ (Dagmar Schwarz)

Folgende Hinweise zur Anmeldung, habe ich noch auf der Webseite gefunden:

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und die Anmeldung ist online bis zum 25.10.2017 möglich und kostet pro Person 85€ (als Vollzahler, es gibt auch Ermäßigungen). Hier findet ihr weitere Informationen zur Stiftungstagung.

Ich habe mir eine Karte gesichert und bin schon sehr gespannt, auch wenn das Programm schon fast ein bisschen zu voll gepackt klingt. Aber mal sehen…

Und: Vielleicht treffe ich ja dort die eine oder den anderen von euch!
Wer mag… Weiterempfehlen ist erwünscht…

Hier zum Abschluss noch ein Video von Gerald Hüther zum Thema Eltern.

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Bei einem Bandauftritt hatte ich mal den Song „Wir sind frei“ von Blumfeld kennengelernt. Den Song habe ich gerade wieder entdeckt: Er lässt sich relativ leicht singen und mit der Gitarre begleiten, ist also ideal um mal wieder etwas zu üben… Und vor allem hat er aus meiner Sicht auch eine schöne Message.

Wir sind frei – ein selbstbestimmtes Leben

Die Aussage des Songs ist für mich einfach ausgedrückt, dass jeder von uns selbst bestimmt, wie und was er tun möchte, im Sinne des freien Willens. Zwar gibt es einen notwendigen Rahmen, aber auch den wählt man aktiv, sei es der Job oder die Familie und damit ergeben sich dann Möglichkeiten, Regeln, Grenzen. Aber auf die verständigt man sich – es gibt keinen, der hinter uns steht und sagt, „Du musst“. Sicher, wir „müssen“ auf Arbeit, „müssen“ die Wohnung sauber machen etc. Aber auch das ist genau genommen eine  Entscheidung aus uns heraus. Eigentlich müssten wir sagen: Wir WOLLEN arbeiten, weil wir nicht von HartzIV leben wollen oder nicht verhungern wollen. Wir möchten die Wohnung ordentlich haben und dazu gehört, gewisse Dinge zu tun. Wir könnten auch sagen: Ich bevorzuge Chaos… oder ich gehe nicht arbeiten…

Das heißt… Banal ausgedrückt ist die logische Abfolge: Wir möchten zunächst etwas und wenn wir das wollen, entscheiden wir uns im nächsten Schritt, etwas dafür zu tun (tun zu „müssen“).

Damit sind wir für unser Leben selbst verantwortlich, nicht die Gesellschaft, unsere Freunde, Eltern, Familie…

Nur wir selbst geben uns den Weg vor. Und mit allem, was wir tun oder lassen – hier kommt es – müssen wir aber auch die Konsequenzen tragen.

Gegen oder zusätzlich zu dieser Philosophie steht die Aussage einiger Hirnforscher, die unseren Grad der bewussten Entscheidungsfähigkeit auf einer ganz anderen Ebene in Frage stellen.

Hirnforscher: Der freie Wille ist eine Illusion

Einige Hirnforscher, wie z.B. Gerhard Roth, würden jetzt folgende Ebene anbringen: Es gibt eh keinen freien Willen!

Die sehr einfache Erklärung: Bei Gehirnscans haben Forscher festgestellt, dass genau DIE Gehirnreale, die anzeigen, was wir tun werden, bereits um die 350-400 Millisekunden früher aktiv sind, bevor wir uns überhaupt dafür entschieden haben (Quelle/Zum Weiterlesen: Der Tagesspiegel).

Das heißt also, das Gehirn hat schon etwas auf den Weg gebracht und wir wissen noch nicht davon…

Mich fasziniert diese Vorstellung und gleichzeitig empfinde ich diese als nur schwer annehmbar. Schließlich möchte mein Ego lieber gepampert werden und selbst der Chef im Ring sein…

Ein interessanten Dokumentation mit dem Titel „Illusion der Freiheit“ brachte das ZDF 2006, bei dem auch Gerhard Roth zur Wort kam:

 

Spannend fand ich bei dem Beitrag auch die Aussage, wie nah Traum und Realität in der Wahrnehmung beieinander liegen. Zum Thema Traum und Verzerrung der Wirklichkeit gab es ja auch den Science-Fiction-Film „Inception“ (Zum Trailer).

Neuere Forschungen (veröffentlich in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“ 2016) greifen das oben genannte Experiment auf und wollen dies anders interpretiert sehen, nämlich dass die genannte frühere Aktivierung (um ca. 400msek.) im Gehirn lediglich die Wahl zur Entscheidung unterstützen  würde. Weiterlesen kann man dies im Artikel  „Warum unser Wille freier ist als gedacht“ bei Scinexx.

Mein Fazit:

Auch, falls es stimmt, dass mein Gehirn eigentlich mein Programm geschrieben hat und mich danach leben lässt, finde ich, sollte  ich mich in jedem Fall frei FÜHLEN. Und dazu gehört aus meiner Sicht, sich von scheinbaren Zwängen zu befreien, sowohl von unserer Gesellschaft, als auch im Kleinen der Zwänge von Familie, Bekannten etc. Denn am Ende lebt man ja sein eigenes Leben bzw. kann das eigene Leben so leben, wie man es selbst für richtig hält, auch wenn man vielleicht gegen Konventionen stößt. Nur gehört dazu eben auch zu akzeptieren, dass dann vielleicht manche Puzzleteile nicht mehr passen.

Noch einige Worte zu Blumfeld

Blumfeld hat einige tiefer gehende Song herausgebracht, die anregen zu verschiedenen Themen nachzudenken oder Mutmacher sind, wie zum Beispiel „Ein neuer Morgen“. Die Band um den kreativen Kopf und Songwriter Jochen Distelmeyer hatte sich allerdings nach 17 Jahren Bestehen bereits 2007 aufgelöst. Distelmeyer ist seitdem solo unterwegs.

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Professor Dr. Manfred Spitzer ist Hirnforscher und ärztlicher Direktor an der Uniklinik Ulm. Er schrieb bereits zahlreiche Bücher, wie z.B. „Digitale Demenz“(2012) oder „Vorsicht Bildschirm“(2006) , und hält gern anschauliche Vorträge zu Ergebnissen der Hirnforschung, besonders in Kombination zu Themen des Lernens und der Auswirkung des Konsums der neuen Medien (Fernseher, Computer).

Er selbst, das merkt man, möchte die Welt verändern und ist zum Teil etwas polemisch, was auch am stärksten im Bezug auf seine Öffentlichkeitsarbeit kritisiert wird. Dennoch spricht er als Forscher Themen an, die zu wenig gehört werden wollen, weil Sie unsere Bequemlichkeit in Frage stellen würde.

Denn wer will schon hören, dass seine Kinder besser nicht vor der Wissenssendung am Fernseher sitzen sollten, weil es Ihnen am Ende (in der Regel) mehr schadet als nutzt?

Lernen ist ein aktiver Prozess

Der Hintergrund der Diskussion ist: Lernen funktioniert immer AKTIV unter Nutzung eines (Lösungs)Weges, der im Gehirn einen Pfad/Verknüpfung erzeugt. Wird der Weg häufiger genutzt, so wird aus dem noch sehr schwachen Pfad nach und nach ein sichtbarer und gefestigter Pfad. Die Spuren im Gehirn werden also sichtbar und haltbarer. Wiederholungen, Beispiele und Anwendungen sind damit wichtig zum Lernen, im Gegensatz zum einmaligen Auswendiglernen, was sich schnell wieder verflüchtigt.

Neue Medien und Ihre Wirkung auf das Lernen

Die neuen Medien haben ihre eigene „spezielle“ Wirkung. Es wurde nachgewiesen, dass Fernsehen Kinder im Durchschnitt dümmer macht, egal, was Sie sehen. Das klingt ziemlich verrückt, gibt es doch zig Wissenssendungen. Der Grund ist, dass das Gesehene nicht aktiv verarbeitet wird und dass wichtige Informationen (Reize) über den Fernseher nicht transportiert werden können – 2/3 der Informationen, die das Gehirn zur Verarbeitung braucht, fehlen. Daher hinterlässt das Gesehene in der Regel keine festen Pfade im Gehirn. Kinder verdummen, obwohl Sie sich scheinbar bilden. Besonders betroffen sind nach Studien dabei Kinder, die sowieso schon zu den Leistungsschwächeren gehören, während besonders intelligente Kinder den Konsum eher verkraften.

Gewalt in den Medien –  negativ für Kinder aller Altersklassen, Schichten und Geschlecht

Gleichzeitig nimmt der Anteil der Gewalt im Fernsehen und bei Computerspielen zu. Über die Hälfte aller Sendungen, als Durchschnitt über alle Programme, sollen Inhalte mit Gewalt enthalten. Der Umgang mit Gewalt wird also häufiger im Fernsehen wiederholt und aufgrund dieser Häufigkeit besser gelernt. So gibt es Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Dauer von Fernsehen und Straffälligkeit/Gewalt des Konsumenten zeigen. Besonders schwierig wird das, wenn Computerspiele genutzt werden, bei denen die eigene Aktivität etwas höher ist und damit die Verarbeitung tiefer. Genannte Untersuchungen zeigen, dass dabei sowohl bei „lieben“ als auch „bösen“ Jungen oder Mädchen ein direkter Zusammenhang zum Konsum und eigener Gewalt eindeutig sichtbar wird. Dies gilt auch bei älteren Kindern (14 J.), die häufig von sich behaupten, sie können zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

Mehr Informationen und Beispiele finden sich unter dem folgenden Video-Ausschnitt eines Vortrages von Prof. Dr. Manfred Spitzer (1:14:50-1:43).

Video zur Hirnforschung - Vortrag von Prof. Spitzer

Zum Video bitte auf das Bild klicken

Die Leistung verbessern  – „positive Einstellung“ hilft – ein Blick der Hirnforschung

Inwiefern die Einstellung, die Herangehensweise die (Gehirn)leistung beeinflusst, zeigt folgender Ausschnitt eines weiteren Vortrages von Prof. Spitzer (ab: 0:46:52):

Spitzer zur Hirnforschung und positivem Denken

Zum Video bitte auf das Bild klicken

Die Wirkung positives Denken ist laut seiner Aussage kein „Quatsch“, sondern statistisch bewiesen. Dies hatte bereits schon, ohne die Erkenntnisse der Hirnforschung, Paul Watzlawick in den 60er Jahren erkannt und es mit dem Phänomen „selbsterfüllende Prophezeiungen“ beschrieben (nachzulesen in seinem Buch: „Menschliche Kommunikation“, 1969).

Grenzen der Begrenzung

Die Schwierigkeit, die ich in der Umsetzung der Medienbegrenzung im Alltag sehe, ist dem Drängen des Kindes nicht nachzugeben, im Glauben, man tut seinem Kind einen Gefallen. Denn kurzfristig springt ja als Eltern unserer eigenes Belohnungssystem durch die Dankbarkeit des Kindes an, wir bekommen Bestätigung und fühlen uns wohl. Aber langfristig schaden wir dem Kind mehr, als wir nützen. Das sich permanent bewusst zu machen und gegen die eigenen Bedürfnisse zu handeln, das sind die wahren Herausforderungen. Und ich glaube, je mehr man als Eltern nach einer Bestätigung durch das Kind sucht, umso schwerer wird es sein, Grenzen (egal welcher Art) zu setzen und Konflikte auszuhalten. Das hat dann nichts mehr mit Hirnforschung, sondern mit der Psychologie des Einzelnen zu tun und letzten Endes mit der Psychologie der Gesellschaft und ihrer Historie.

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Dieser Spiegel-Artikel lässt mich nicht los, denn es ist so viel Wahres dran, so dass ich noch was dazu schreiben möchte. Ich selbst habe hautnah während meines Referendariats im Lehrerzimmer erleben können, was dort los ist und kann nur bekräftigen: Ja, viele Lehrer gehören da einfach nicht hin, wo sie sind. Mir schrieb eben eine ehemalige Schülern, wie „sie“ (ihr Stammkurs) aktuell in der 12. Klasse von der Schulleitung behandelt werden, so dass ich nur mit dem Kopf schütteln kann und denke: Das ist kein Weg.

Also was tun? Das System will nicht geändert werden. Es wehrt sich bis zum Schluss mit all seinen Kräften. Und die Kräfte sind enorm.

Häufig sind Lehrer selbst überfordert, was Berichte immer wieder deutlich zeigen. Wer übrigens dazu mal ein Gefühl haben will, ob er denn selbst als Lehrer geeignet wäre oder noch besser: „geeignet ist!“, der kann sich hier ganz schnell testen. Echt spannend!

Jeder hat aber abgesehen davon ein anderes Bild von einem guten Lehrer und die können wirklich weit auseinander reichen. Für mich ist ein guter Lehrer, wenn:

Er es schafft, das Kind so zu lassen, wie es ist; wohlwollend ist; motiverend wirkt; erkennt, dass der Schüler ein Mensch ist und immer auch Stärken hat; Kritik an sich zulässt; den Schüler zu einem kritischen Menschen erzieht; sich selbst reflektiert; sich seinen eigenen Ärger bewusst macht und nicht an den Schülern ablässt; auch lachen kann und nicht stocksteif ist; auch mal Grenzen und Schwächen zugibt und sich als Mensch zeigt; begrenzend wirkt, MIT dem Schüler unterrichten will und nicht GEGEN ihn.

Und ich glaube: Kinder wollen lernen. Und diese Möglichkeit muss man ihnen auch einräumen. Sicherlich gilt es auch an den Tagen, an denen Kinder nicht wollen, ihnen den Ärger zuzugestehen und diesen zu akzeptieren (man hat ja selbst nicht immer Lust auf Arbeit), aber auch dann den Schülern klar zu machen: Es wird trotzdem was gemacht, weil es dazu gehört (und man auch lernen muss, was zu tun, auch wenn man keine Lust hat).

Ich denke, der Schlüssel liegt wirklich in der Akzeptanz. Schüler wollen ernst genommen werden, und sie haben auch ein Recht darauf. In der Schule selbstverständlich? Leider nein!

Und was das Lernen betrifft: Wurde von Psychologen nicht erst gestern herausgefunden, dass Entspannung zu einem besseren Lernerfolg führt, weil Informationen einfach besser verarbeitet werden können als unter Stress?! Das sollte doch eigentlich schon als Aussage reichen, oder?!

Zum Thema „Was Kinder klug und glücklich macht“ gibt’s gerade eine Sonderausgabe des Spiegels zu kaufen. Klingt gut.

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