Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Klassik’

Ich bin gerade so geplättet und MUSS einen Artikel zum Ausnahmekünstler Chilly Gonzales schreiben, nachdem ich heute erfahren habe, dass er auch hinter einem Song steckt, den ich ihm gar nicht zugeschrieben hätte…

Aber nun zu meinen Begegnungen mit Gonzales… von Anfang an…

Am Anfang war Klavier und Pop

Chilly Gonzales hatte ich erstmals kennengelernt, als er Daft Punks Komposition „get lucky“ mit dem Klavier erklärt hatte, eins von mehreren Tutorials bei YouTube. Das war schon ziemlich genial und irgendwie speziell, seine Art der Präsentation und auch das Klavierspiel:

Der Originalsong „get lucky“ von Daft Punk (PARTY!):

Dass er auf dem preisgekrönten Daft Punk-Album „random excess memories“ sogar mitgewirkt hatte, wusste ich damals allerdings noch nicht…

Komponist am Klavier

Nach kurzem Weiterklicken im Netz wurde mir schnell klar: Der Mann spielt nicht nur mal nebenbei Klavier, sondern er komponiert selbst und das nicht ohne Erfolg. Bei Klassikradio – was ich hin und wieder höre – laufen immer wieder mal seine Songs und ich kaufe mir schließlich eine „echte“ CD – „Solo Piano“-, die er komponiert und produziert hat. (Solo Piano bei Amazon).


„Dot“ aus Solo Piano

Gonzales live beim „klassischen“ Piano-Konzert

Später lande ich im September 2015 beim klassischen Konzert im Gewandhaus (Leipzig).

Das Konzert war unglaublich. Zum Glück hatte ich vorher einige Videos gesehen und wusste : Der Typ ist (oder scheint) auch etwas verrückt (zu sein). Vielleicht hat er auch nur Spaß oder ist ein super Showmaster… oder alles zusammen…  Er trug jedenfalls einen Bademantel und Hausschuhe zum Konzert. 😜 Aber auch so war bei diesem klassischen Konzert nicht alles ganz so klassisch…. Am Ende standen beim Abschluss-Song die Zuschauer – von jungen Jeansträgern bis zu traditionellen Altherren – klatschend und stehend im Saal, während Gonzales einfach mal RAPPEND komplett durch den Zuschauerraum lief, nachdem er zuvor 3 Zuschauer spontan in die Band integriert hatte. Ich habe tatsächlich einen Original-Ausschnitt dazu auf YouTube gefunden:

Gonzales und die elektronische Popmusik

Besonders überrascht hat mich heute allerdings, dass er auch aktuell noch im elektronischen Business unterwegs ist. Ich hatte das mit Daft Punk nur als kurzen Ausflug abgetan. Aber er gründete 2015 mit „Boys Noize“ die Formation „Octave Minds“ und brachte mit ihnen im gleichen Jahr eine komplette Platte heraus. Mein Großer hört das hin und wieder und wir wussten beide nicht, dass Gonzales dahinter steckt. Einfach nur unglaublich!
Das daraus stammende Stück „Done deal“ hatte ich heute Morgen einfach mal im Kopf und ist wohl mein zweiter Ohrwurm diese Woche. Er kam nach wochenlanger Abstinenz aus dem Nichts gekrochen und ließ sich nicht mehr abschütteln. Der brachiale Bass kommt gut bei entsprechender Lautstärke und verrückt ist, dass mein Jüngster das auch mag und heute beim Autofahren nochmal eingefordert hatte. Ich kann ehrlich gesagt kaum beschreiben, wie ein Vierjähriger zu diesem Song eskaliert. Jedenfalls war ich mir nicht sicher, ob der Kindersitz diese Fahrt überleben würde.

Live-Version bei YouTube:

Wir hatten diese Version gehört (Spotify):

Ob Gonzales nun bewusst versucht, mit diesem Sound Daft Punk nachzueifern….? Es dürfte ihm zuzutrauen sein. Schließlich hat er Musik verstanden und baut das einfach mal nach, was Erfolg hat. In diesem Sinne kann er sich dann zurecht selbst als „musikalisches Genie“ bezeichnen. 😊😜

Wenn ihr noch mehr über den speziellen Ausnahmekünstler erfahren wollte… Dann könnt ihr im Artikel der Süddeutschen Zeitung weiterlesen.

Advertisements

Read Full Post »

Manche Dinge wirken so sehr und manchmal erschließen sich Details erst im Nachgang.

Johanna Borchert kannte ich nicht. Mir war zunächst nur dieses eindringliche Foto auf ihrem Plakat aufgefallen mit einer Präsenz, wie ich es selten empfinde. Beworben wurde ihr Konzert mit der Jenaer Philharmonie „Symphonic Songs & Sounds- Eine jazz-poetische Klangreise durch sinfonische Welten“. Sowieso derzeit von der Philharmonie angetriggert, googelte ich also irgendwann und fand ihre Songs und ein paar grobe Informationen…

Johanna Borchert 

1983 in Berlin geboren. Jazz-Echo 2015! Studierte Jazzklavier und Komposition in Berlin. Wow. Lebt in Berlin und Kopenhagen.

Und die Musik, die Videos? Die synthetischen Sounds mit Klavier und ihre klare besondere Stimme haben es mir angetan. So war ich relativ spontan beim gestrigen Konzert.

Die Konzertidee: Borcherts Jazz trifft das Orchester 

Was mir noch vor und während des Konzerts nicht klar war: Johanna Borchert hat ein halbes Jahr für dieses Orchester die Noten selbst geschrieben und wie sie selbst meint: ihr Vermögen darin investiert. Klar, diese Zeit muss man sich leisten können. Und es war ihr Traum. Ich fürchte diese große Bedeutung und den Umfang ihrer Schaffenskunst war vermutlich so etlichen Personen, auch anderen Gästen, nicht bewusst. Umso bedauerlicher war es, dass das Konzert nicht komplett ausverkauft war.

Das Konzert – Ausflug in eine andere Welt

Das Konzert begann mit einer disharmonischen Klavierkomposition, die mich wirklich Überwindung gekostet hat, auf dem Platz sitzen zu bleiben  – scheinbar fehlt mir da ein Gen: Für mich war das eher unangenehm. Dann ging die Reise richtig los. Und ja: Ich bin kein Jazzfan und schon gar kein Kenner und so kostete es mich an so einigen Stellen Überwindung, mich auf diese Art ihrer Geschichten einzulassen. Geholfen hätten mir dafür vermutlich Visualisierungen, die es leider nicht gab (Ihre Videos schaffen sehr gut, die Stimmung als Geschichte zu erzählen.). Aber nun war ich da, hatte eine teure Karte erworben und wollte es versuchen. An den meisten Stellen habe ich dann daher die Augen geschlossen, da der unmittelbare Fokus auf das Orchester mir den Blick in meine Phantasie versperrte: Und siehe: Das Musikerlebnis wurde mehr und mehr beeindruckend, ganz anders und war im wahrsten Sinne eine Klangreise. Schon krass, welche Töne die Instrumente  hervorzubringen vermögen.

Am allerbesten, wertvollsten und nachhaltigsten für mich waren jedoch die  vielen Momente, in denen die Melodien sein durften und die disharmonischen Töne ablösten. Der Raum ging dann regelrecht auf, wenn das Orchester seine Hymnen spielte und von dem klaren Gesang Johanna Borcherts eingebettet wurde. Wunderbar! Und ich wünschte, ich könnte nochmal und nochmal eintauchen in diese Welt der Musik.

Das Danach

Am Ende konnte ich wie nach einem bewegenden Film im Kino einfach nicht gleich gehen und blieb lange sitzen. Es wirkte nach. Und das tut es noch immer, 24 Stunden später. Und das, obwohl diese anderen Momente waren, in denen ich nicht klar kam. Ich frage mich gerade, ob es diese unharmonischen Teile braucht, um den Kontrast und diese Höhepunkte zu erzeugen?

Jetzt ist mir jedenfalls erst bewusst, dass ich Teil sein durfte von etwas ganz Besonderem, was es vielleicht nicht nochmal geben wird.

Ich danke daher Johanna Borchert und der Philharmonie für diese Idee, diese Möglichkeit und den besonderen Abend!

Weitere Informationen:

http://johannaborchert.de

http://www.jenaer-philharmonie.de

https://www.facebook.com/events/1829622877304447/

Toll bei aller Verschiedenheit finde ich diese Songs:


„We are fucking funny things“ –  Der Refrain von lightyears bleibt irgendwie hängen und habe ich seitdem als Ohrwurm im Kopf.

Read Full Post »

Ich bin ja eher der Wintermuffel und hoffe jedes Jahr, so halbwegs gut durch die dunkle Jahreszeit zu kommen. Kleine Highlights helfen mir dabei (…später vor allem wöchentliche Frühlingsblumen). Heute habe ich mir ein schönes Event organisiert: Ich gehe am 3.3. in die Jenaer Philharmonie zum klassischen Konzert. Der Titel ist „alte und neue Welten“, es wird unter anderem Dvořák gespielt und ich kann es kaum noch abwarten. Klassik höre ich einfach auch gern mal.

Nicht ganz so konventionell: Das Babykonzert

img_0650

lockeres Ambiente beim Babykonzert


Zuletzt war ich mit dem Jüngsten beim „Babykonzert„. Das ist wirklich so krass wie es klingt, also ein Konzert ab 0 Jahren und umfasst ca. 45min mit einigen „leichteren“ klassischen Stücken.
Das Konzert ist so arrangiert, dass es bereits 16:00 Uhr beginnt, die Musiker in ihrer normalen Alltagskleidung kommen und man selbst, so wie man ist, dort hingeht. Die Sitzreihen sind gelichtet und an vielen Stellen werden Matten auslegt, wo die Kinder spielen können.

Teilweise gelichtete Stuhlreihen beim Babykonzert


Zudem ist rumlaufen während des Konzertes erlaubt. Es steht also immer eine Traube von Eltern mit ihren Kindern auf dem Arm in der 1. Reihe, um die Instrumente aus nächster Nähe zu begutachten. Andere Eltern stehen mit dem Baby oder Kleinkind in der Babytrage mitten im Raum, natürlich mitwippend. Ingesamt ist es also auch laut, weil die Eltern sich unterhalten oder man den eigenen Kindern die Instrumente erklärt. Irgendwie ist das alles speziell und schlichtweg anders und so gar nicht klassisch. Trotzdem oder gerade deswegen: Es ist eine Möglichkeit als Mama (besonders als stillende) einfach mal wieder in ein Konzert ohne große Planung zu gehen und es ist eine Möglichkeit, um auch den Kleinsten ein Gefühl für ein Orchester bzw. die klassische Musik zu geben. Beim ersten Babykonzert hatte sich mein Sohn übrigens die meiste Zeit die Ohren zugehalten, also auch damit muss man rechnen. 😊

Ganz klassisch…  für die Großen

Nun, nach dem letzten Mal im Herbst letzten Jahres, war ich dann soweit, dass ich eben doch mal wieder ohne Kind an den Start gehen wollte und freue mich nun auf 2 Stunden „gefüllte Ruhe“ beim Konzert für die erwachsen gewordenen Kinder mit Strawinksy, Dvořák und Barber. Gewissermaßen hat die Werbung also gefruchtet. 👍

Karten kaufen…

Einige Karten für dieses abendliche Konzert am 3.3.2017 (19:30 Uhr) in der Jenaer Philharmonie gibt es derzeit noch zu kaufen. Die Karten kosten je nach Sitzplatz zwischen 23€ und 28€, zzgl. Gebühren. 

Das nächste Babykonzert findet dagegen zum Rosenmontag, am 27.2.2017 statt. Erwachsene zahlen 9€, Kinder bis 12 Jahren sind frei.

Veranstaltungsort ist jeweils das Volkshaus in Jena.

Read Full Post »

Da bin ich drüber gestolpert und gefällt mir auf Anhieb: Barockmusik mit modernem Arrangement, schön interpretiert und sehr romantisch.

Marina Baranova: Hypersuites

Read Full Post »

Klassik trifft Elektro bei der Audio Invasion.

Die Idee? Super. Ich mag Klassik und Elektro. Aber das klassische Konzert fand ich zunächst am besten…

Das Konzert unter dem Dirigenten George Pehlivanian – perfekt inszeniert

Großer Saal. Beeindruckend der Dirigent George Pehlivanian im wunderbaren Gewandhaus.

Quelle: Sputnik. Foto: Joachim Blobel

Quelle: Sputnik. Foto: Joachim Blobel

Leila Josefowicz perfekt auf der Violine – „ganz klar“ ohne Noten

Die beiden Stücke waren:

  • Sergej Prokofjew: 1. Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 19
  • Jean Sibelius: 5. Sinfonie Es-Dur op. 82

Dafür hatte es sich wirklich gelohnt. Sehr viele Menschen saßen da im Publikum, sogar der Chorbogen mit Behelfsbestuhlung war ausverkauft. Etwas ungewohnt war der bunte Mix des Publikums. Ich mag es gerne klassisch schick, das war leider nicht der Fall. Auch für das Orchester war das Publikum eine Besonderheit. Mit Schmunzeln habe ich Ihre Reaktionen und ihr Tuscheln beobachten können. Sehr nett. Es gab auch ältere Semester, die wohl nur zum klassischen Konzert als Touristen gekommen waren. Wie die sich wohl gefühlt haben?

Übrigens. Wer noch nie im Gewandhaus war, sollte sich mal die verschiedenen Panorma-Ansichten ansehen. Einfach gigantisch!

Klicken, um zu den Panorama-Ansichten zu gelangen

Die Ticket-Buchung hatte übrigens gut geklappt. Die Plätze online auszuwählen ist dabei möglich.

Das Gewandhaus bei facebook:

Der 2. Teil – Elektro und Clubstimmung – leider nicht vom Feinsten

Und danach – der 2. Teil?. Tja, ich war enttäuscht:

Bis ich ein Getränk an der Bar hatte, waren meine Beine „eingeschlafen“. Die Techniker haben zudem wohl nur auf der Straße Musik gemacht, denn sämtliche Räume waren so übersteuert, dass man selbst mit gutem Willen nichts vom Text verstanden hat. Schade, Klangerlebnis gleich NULL, anders kann ich das leider nicht beschreiben.

Von dem Live-Act „Die Sterne“ kam keine Stimmung rüber. Und einer der DJs im Vorderraum war so lahm, dass immer, wenn man gerade zur Musik tanzen konnte, er seltsame Dinge beimischte, die sämtlichen Rhythmus tot machten. Er hatte Spaß, aber die Tanzfläche wurde immer leerer….

Überhaupt. Die Disse. Es gab „früher“ mal tanzbares Elektro/House, das Spaß gemacht hat…. Das habe ich aber nicht gehört. Schade.

Mehr Infos auch bei Sputnik.

WhoMadeWho – Retter des Abends

Zum Glück blieben wir noch etwas und hatten damit die Gelegenheit, die Band WhoMadeWho kennen zu lernen. …dazu ein Zwinkern (das immer noch nachhallt) vom Leadsänger und Gitarist Jeppe Kjellberg, der total krass und gleichzeitig faszinierend war.

Drummer Tomas Barford und Thomas Hoffding ergänzten das dänische Trio.

Und ich muss sagen, dass ich begeistert war. Von einer Sekunde auf die andere waren die wirklich präsent und zwar zu 100%. Auf einmal war  Partystimmung im Raum, auch wenn die Technik auch hier sich keinen Orden verdient hat. Die Band repräsentiert eine Mischung aus Gitarrensound gepaart mit Elektrosounds und nahezu „lieblichen“ Gesang. Tja, es geht doch.

 

Die Band wurde dieses Jahr für ihr Video „Keep Me In My Plane“ zum UK Music Award nominiert, ging aber leider leer aus (Konkurrenten waren u.a. Robin Williams).

Fazit

Das nächste Mal gehe ich wieder ganz klassisch in die Oper oder ins Gewandhaus, aber zur Audio-Vision nicht mehr. Es sei denn, es gibt einen Live-Act, den ich unbedingt sehen muss. Aber das nur am Rande.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: