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Es ist schon spät am Morgen und ich habe den letzten freien Tisch zum Frühstück ergattert – eingedeckt für vier. Ich bin allein und bleibe es zum Essen auch. Erleichtert, nicht warten zu müssen und im Gefühl des Ankommens versunken. Wo bin ich hier gelandet? Quedlinburg. Best Western. Ist das nun „best“ oder „Western“? Keines scheint zuzutreffen. Dennoch habe ich sehr gut geschlafen. Die Matratzen waren top – die halbe Miete.

Ich sitze auf einer Bank, wirklich bequem, hinterste Ecke im Frühstücksareal. Für einen extra Raum hat es nicht gereicht, man sitzt quasi in der Lobby.

Ungewohnt fühlt es sich an – allein ein Hotel zu bereisen. Neben mir eine viel ältere Dame – ebenfalls allein – mit Chanel-Täschchen, Serviette auf dem Schoß platziert. Wir wechseln ein paar Worte. Ich weiß, ich könnte mich länger mit ihr unterhalten… mag mich aber noch auf mich besinnen. Ein Besuch steht an und ich bevorzuge die Ruhe.

Langsam habe ich mich eingefunden – immer die gleiche Routine im Hotel. Ich warte auf den Service und beäuge die Tischutensilien. Meine Augen bleiben am Platzdeckchen hängen: Was um alles in der Welt ist das? Dickes Plastik mit harter Kante – beschriftet mit dem Best-Western-Willkommen-Schriftzug. Es kommt Kantinenflair auf… nur sitze ich im 4-Sterne-Hotel. Warum macht man sowas? Ok. Es gibt keine Tischdecken: Spart also Wäsche und schont die Umwelt. Gut. Aber dann sollen sie den Holztisch bitte lieber pur lassen oder irgendeine stilvollere Variante als Unterlage wählen. Wir sind zwar im Osten, aber nach Mitropa-Atmosphäre ist mir ja nun bei weitem nicht gewesen. Back to the roots. Hm. Ich überlege eine Weile, ob ich mich der Unterlage entledigen kann…

…Die Bedienung kommt aber gerade resolut mit einer Kaffeekanne und bietet ihn mir an – schon fast einschenkend…. ich frage nach Cappuccino… bekomme ihn auch wenig später – in der gleichen normalen Bistrotasse, eine kleine überschauliche Portion. Ich frage mich schon wieder: Warum?! Aber klar: So bekommt sicher keiner so schnell mit, dass ich etwas extra bekommen habe, was ja durchaus Arbeit und Kosten verursacht und andere Gäste animieren könnte, es mir nachzutun. Der Kaffee ist sogar ok, leider viel zu schnell ausgetrunken, und die Nachfrage auf mehr bleibt – wie erwartet – aus.

Vor mir sitzt am Sechsertisch eine Gruppe mit „Harley Davidson“- Shirts, vermutlich nicht mit dem Zug angereist. Die Truppe ist etwas lauter, nicht übertrieben, und macht es in einer angenehmen Weise lebendiger und nimmt den altbackenen Charme. Ich weiß bereits: Am Abend wird auf dem Hexentanzplatz in Thale die Walpurgisnacht gefeiert. Und so bestehen die Gäste nicht nur aus den erwarteten Rentnergrüppchen, denen man sonst so oft in der Stadt begegnet. Alle Hotels waren ausgebucht und gerade heute wollte ich hierher zum Besuch kommen… und bin so ungeplant in diesem Hotel gelandet.

Nun aber endlich zum Buffet. Die Strickjacke lasse ich zur Markierung meines Platzes zurück – es wäre nicht das erste mal, dass mein Tisch von anderen Hotelgästen eingenommen oder vom Service abgeräumt wird.

Das Frühstück ist Mittelklasse-Hotelstandard: Ei, Bacon, Würstchen, natürlich Wurst und Käse, Lachs, diverse Müsli, Joghurt, Obst, süße Aufstriche und verschiedene Brötchen. Kein Reißer für Gourmets, aber auch nicht schlecht. Wer normale Ansprüche hat, wird sicher zufrieden sein. Die Marmelade würde ich mir allerdings zu Hause nicht auf den Tisch stellen. Zucker pur. Die vom Aldi ist besser. Warum wird nur so oft an solchen Stellen gespart?

Ich esse mein Ei. Einen kurzen Moment realisiere ich, dass es vermutlich keine Bioqualität ist und zögere….esse weiter, wohlwissend, dass es ein Ausreißer in meiner Ethik ist.

Die Musik erklingt kaum hörbar – sehr angenehm – und so langsam stellt sich das Gefühl ein, mich treiben zu lassen… Meine Augen wandern zum riesigen Fenster. Der Blick in den großzügigen Hof, gepflastert mit großen alten Steinen, ist traumhaft. Einzelne Bäume stehen zwischen den alten Ziegelstein- und Fachwerkgebäuden. Blätter wehen im Wind und die Sonne glitzert an gusseisernen Beschlägen. Selten habe ich so einen schönen Hof gesehen und ich merke, dass dies ein besonderer Moment ist. Noch lange bleiben meine Augen haften und ich sehne mich mehr und mehr nach dem Draußen, der Sonne im Gesicht und dem Wind in den Haaren.

Ich esse etwas zu viel – auch wenn ich es nicht übertreibe, wie so manch anderer Gast, der mit übervollen Tellern wieder und wieder das Buffet verlässt. Kauend beobachte ich abwechselnd die Gäste und die Servicedamen. Ein Tisch ist frei geworden. Die Platzdeckchen werden gesäubert. Die von weiten sichtbaren Krümel daneben finden keine Beachtung… Ich esse weiter – den Zustand meines Tisches prüfend – und genieße noch ein paar Minuten das spezielle Ambiente.

Dann ist es Zeit zu gehen…. einzutauchen in einen frühlingshaften Tag mit wertvollen Begegnungen…

 


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Wellness im Hotel heißt in meiner Vorstellung relaxen, entspannen, mir und meiner Gesundheit was Gutes tun, darüber hinaus mal länger & gut schlafen sowie idealer Weise auch gut essen.

Soweit die Theorie und die Vorstellung.

Mein Wellnesshotel in der ersten Nacht – die Realität

Was ist passiert? Die erste Nacht im bequemen Bett und trotzdem keine Entspannung. Normalerweise sehe ich abends nur ein Bett und lande schon im Land der Träume. Und jetzt? Ich liege länger wach und kann nicht schlafen: Zudem habe ich permanent Durst, meine Lippen sind trocken, die Hände rauh, die Haut spannt und vor allem auch die Nase ist ein einziges Spannungsfeld. Insgesamt furztrocken würde man sagen. Ich könnte mich mit Wasser volllaufen lassen, um dann wiederum zur Toilette zu eilen. Es ist zum Heulen.

Leider ist das nicht meine erste Erfahrung in einem Hotel, nur dieses mal ist es so offensichtlich, da ich zur Erholung hierher kam und nicht mal nur auf Durchreise bin.

Ich bin mal wieder im Ramada-Hotel in Friedrichroda, im Thüringer Wald gelandet. Das Hotel finde ich von der Sache sehr, sehr gut. Es hat einen traumhaften Pool, eines der besten Frühstücks- und Abendbüffets, welche ich bisher von Hotels kenne und eine gute relativ ruhige Lage, von wo aus man sofort loswanden kann. Die Zimmer sind gemütlich und sehr freundlich eingerichtet, der Service ist top, die Matratze super und doch kann ich nur schlecht schlafen.

Woran liegt’s? Die Ursachen meines Problems

Klar könnte man sagen: 1. Nacht. Stress. Fremde Umgebung und und und. Nur gehts mir mit Ferienwohnungen und sonstigen anderen Unterkünften nicht so.

Aus meiner Sicht waren die Symptome eindeutig, die meine Haut übrigens nach ein paar Tagen wahrscheinlich faltiger denn je hätten werden lassen und die Hauptursache dafür heißt aus meiner Sicht: Zu niedrige Luftfeuchtigkei. Haltet mich für verrückt, aber ich habe ein kleines elektronisches Thermometer dabei, das auch die Feuchtigkeit misst. Vor allem, weil ich manchmal die Temperatur wissen möchte, nehme ich das Teil schnell mal mit (ist ja auch mini und hat immer Platz im Koffer).
Aber nun war ich doch mehr als überrascht: Das Gerät hat mir sage und schreibe 42% Luftfeuchtigkeit angezeigt. Empfohlen werden aus gesundheitlichen Gründen in der Regel (bei der aktuellen milden Außentemperatur) aber ca. 60% Luftfeuchtigkeit. Die haben wir zu Hause und nun ist klar, warum meine Haut rebelliert und mein ganzer Körper Fluchtsignale zeigt. Die Umstellung ist einfach zu krass.

Die Gründe aus meiner Sicht

Vielleicht ist es schon zu offensichtlich, aber dennoch sehe ich die Gründe im Hotelzimmer vor allem in folgenden:

  • Fehlende Pflanzen
  • Trockenes Mauerwerk
  • Insgesamt eher trockene Außenluft durch fehlende größere Gewässer
  • Bettwäsche, die durch die chemische Reinigung und Trocknung ging (und garantiert eine andere Restfeuchte als klassisch getrocknete Bettwäsche hat- hier würde ich ja gern mal eine Studie zur der Auswirkung der Reinigung sehen)

Wenn ich als Hotelgast also nach meinem Wellnessurlaub nicht zerknitterter nach Hause kommen möchte, als wie ich angereist bin, kann ich nur selbst Maßnahmen ergreifen.

Einige Nothilfemaßnahmen

Ein paar Dinge kann ich natürlich tun, selbst ist also sozusagen der Hotelgast, wenn er sich wirklich Wellness gönnen will.

  • In der Dusche heißes Wasser laufen lassen, bis sich Dampf bildet und im Duschbecken stehen lassen
  • Wasser im Waschbecken einlaufen lassen
  • Badezimmertür offen lassen.
  • Feuchte Handtücher verteilen, wo es nur geht und nichts durch die Feuchtigkeit beschädigt werden kann, in der Regel also Fenstersimse, Heizungen und idealerweise Wäscheständer (die gibts nur meistens im Hotel nicht oder man hätte eh keinen Platz dafür).

Meistens hilft das alles, braucht aber dummerweise immer zu lange, also heißt es früh damit beginnen, was ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatte, weil ich doch eher in einer Ferienwohnung (mehr Platz, eigene Küche) als im Hotel bin.

Jetzt habe ich erste Tücher verteilt und wenigstens 46% erreicht. Naja. Die Dusche hier hat aber leider keinen Stöpsel und der vom Waschbecken ist undicht 😟 Blöd.

Fazit: Ich lag in der ersten Nacht eine Stunde wach, war mehrfach was trinken und fühlte mich zum Aufstehen wie gerädert. Also von Wellness keine Spur. Das heißt also ab sofort schon tagsüber vorm Zubettgehen Gegenmaßnahmen ergreifen.

Mein Wunsch und Bitte an die Hotelbesitzer

Was ich echt nicht verstehe, wie man das als Hotelbesitzer seinen Gästen nur antun kann und vor allem mit der Überschrift „Wellness“. Ich frage mich wirklich, ob sie selbst auch mal in ihrem Hotel schlafen…

Als Hotelbesitzer würde ich an der Stelle investieren und das entsprechend vermarkten.

Also liebe Hotelbesitzer (das betrifft ja nicht nur das Ramada in F.) Bitte, bitte ändert etwas an diesem Zustand! Ob es nun ein elektronischer Luftbefeuchtet, eine Hydropflanze, die man nur alle 2 Wochen gießen muss, oder ein Zimmerbrunnen ist, da muss doch irgendwas möglich sein…

Rückblick

Jetzt, bei meiner Rückkehr muss ich sagen: Am meisten geholfen hat mir das Auslegen von feuchten Handtüchern und natürlich diese immer wieder zu erneuern (krass wie schnell die die ersten Tage total trocken waren). Ich habe es am Ende auf 60% geschafft (vielleicht hätten auch 55% gereicht) und habe mich wirklich viel, viel wohler gefühlt und die genannten Symptome waren alle verschwunden.

Aber mal im Ernst? Habe ich nur das Problem, weil mein Körper die feuchte Luft von zu Hause gewöhnt ist, oder gehts manchen von Euch auch so, dass ihr die trockene Luft in Hotels gerade in der ersten Nacht so merkt und Euer Körper so reagiert…?

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Bei aller Kritik die folgt… Vorn der Hinweis: das Hotel ist ein Besuch wert und ich werde sicherlich noch häufiger dort sein!

Dennoch möchte ich noch einen Nachtrag zu meinem Beitrag bezüglich des Wellness-Hotels Ramada in Friedrichroda liefern.

Das Hotel ist insgesamt immer noch top. Das Servicepersonal sehr freundlich und bemüht und ruhig fand ich die Zimmer auch (wir waren auf der 3. Etage mit Balkon, Zimmer 323, das hatte sogar im Bad ein Fenster – echt cool: mit Ausblick auf den Thüringer Wald die Zähne putzen 🙂 ).

Das Einzige was dort wirklich immer wieder nervt, ist dass die Wellnessabteilung gnadenlos ausgebucht ist. Also mal einen Termin zu einer günstigen Zeit zu bekommen ist (fast) aussichtslos und wenn dann nur nach ewiger Vorbestellung. Da könnten sie doch zu Stoßzeiten noch auf weiteres Personal („Springer“) zurückgreifen (denn Räume waren nicht alle belegt). Man muss wirklich beim Buchen des Hotels bereits einen Termin vereinbaren und dann bekommt man nicht mal eine konkrete Zeit, so der damalige Stand.

Ach und was auch ein No-Go ist, war der furchtbare WLAN Zugang über die Telekom. Zwar kostenlos, aber ich frage mich echt, was die da machen, ob nur 5 Gäste gleichzeitig online gehen können oder was? Zwar hat man 24 Stunden kostenlosen Zugang, ist dann zunächst auch online, aber sobald man zwischendurch mal weg ist und wieder rein will, geht das ganze nicht mehr, mehrfach probiert mit unterschiedlichen Geräten (iPhone 4, iPhone 6, Nokia C7, iPad). Also am Gerät sollte es nicht gelegen haben. So muss man doch wieder über den Mobilfunkanbieter online gehen, was bei manchen Dingen (Spiele) eben ungünstig ist…

Also hier sollte unbedingt nachgebessert werden!

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