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Professor Dr. Manfred Spitzer ist Hirnforscher und ärztlicher Direktor an der Uniklinik Ulm. Er schrieb bereits zahlreiche Bücher, wie z.B. „Digitale Demenz“(2012) oder „Vorsicht Bildschirm“(2006) , und hält gern anschauliche Vorträge zu Ergebnissen der Hirnforschung, besonders in Kombination zu Themen des Lernens und der Auswirkung des Konsums der neuen Medien (Fernseher, Computer).

Er selbst, das merkt man, möchte die Welt verändern und ist zum Teil etwas polemisch, was auch am stärksten im Bezug auf seine Öffentlichkeitsarbeit kritisiert wird. Dennoch spricht er als Forscher Themen an, die zu wenig gehört werden wollen, weil Sie unsere Bequemlichkeit in Frage stellen würde.

Denn wer will schon hören, dass seine Kinder besser nicht vor der Wissenssendung am Fernseher sitzen sollten, weil es Ihnen am Ende (in der Regel) mehr schadet als nutzt?

Lernen ist ein aktiver Prozess

Der Hintergrund der Diskussion ist: Lernen funktioniert immer AKTIV unter Nutzung eines (Lösungs)Weges, der im Gehirn einen Pfad/Verknüpfung erzeugt. Wird der Weg häufiger genutzt, so wird aus dem noch sehr schwachen Pfad nach und nach ein sichtbarer und gefestigter Pfad. Die Spuren im Gehirn werden also sichtbar und haltbarer. Wiederholungen, Beispiele und Anwendungen sind damit wichtig zum Lernen, im Gegensatz zum einmaligen Auswendiglernen, was sich schnell wieder verflüchtigt.

Neue Medien und Ihre Wirkung auf das Lernen

Die neuen Medien haben ihre eigene „spezielle“ Wirkung. Es wurde nachgewiesen, dass Fernsehen Kinder im Durchschnitt dümmer macht, egal, was Sie sehen. Das klingt ziemlich verrückt, gibt es doch zig Wissenssendungen. Der Grund ist, dass das Gesehene nicht aktiv verarbeitet wird und dass wichtige Informationen (Reize) über den Fernseher nicht transportiert werden können – 2/3 der Informationen, die das Gehirn zur Verarbeitung braucht, fehlen. Daher hinterlässt das Gesehene in der Regel keine festen Pfade im Gehirn. Kinder verdummen, obwohl Sie sich scheinbar bilden. Besonders betroffen sind nach Studien dabei Kinder, die sowieso schon zu den Leistungsschwächeren gehören, während besonders intelligente Kinder den Konsum eher verkraften.

Gewalt in den Medien –  negativ für Kinder aller Altersklassen, Schichten und Geschlecht

Gleichzeitig nimmt der Anteil der Gewalt im Fernsehen und bei Computerspielen zu. Über die Hälfte aller Sendungen, als Durchschnitt über alle Programme, sollen Inhalte mit Gewalt enthalten. Der Umgang mit Gewalt wird also häufiger im Fernsehen wiederholt und aufgrund dieser Häufigkeit besser gelernt. So gibt es Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Dauer von Fernsehen und Straffälligkeit/Gewalt des Konsumenten zeigen. Besonders schwierig wird das, wenn Computerspiele genutzt werden, bei denen die eigene Aktivität etwas höher ist und damit die Verarbeitung tiefer. Genannte Untersuchungen zeigen, dass dabei sowohl bei „lieben“ als auch „bösen“ Jungen oder Mädchen ein direkter Zusammenhang zum Konsum und eigener Gewalt eindeutig sichtbar wird. Dies gilt auch bei älteren Kindern (14 J.), die häufig von sich behaupten, sie können zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

Mehr Informationen und Beispiele finden sich unter dem folgenden Video-Ausschnitt eines Vortrages von Prof. Dr. Manfred Spitzer (1:14:50-1:43).

Video zur Hirnforschung - Vortrag von Prof. Spitzer

Zum Video bitte auf das Bild klicken

Die Leistung verbessern  – „positive Einstellung“ hilft – ein Blick der Hirnforschung

Inwiefern die Einstellung, die Herangehensweise die (Gehirn)leistung beeinflusst, zeigt folgender Ausschnitt eines weiteren Vortrages von Prof. Spitzer (ab: 0:46:52):

Spitzer zur Hirnforschung und positivem Denken

Zum Video bitte auf das Bild klicken

Die Wirkung positives Denken ist laut seiner Aussage kein „Quatsch“, sondern statistisch bewiesen. Dies hatte bereits schon, ohne die Erkenntnisse der Hirnforschung, Paul Watzlawick in den 60er Jahren erkannt und es mit dem Phänomen „selbsterfüllende Prophezeiungen“ beschrieben (nachzulesen in seinem Buch: „Menschliche Kommunikation“, 1969).

Grenzen der Begrenzung

Die Schwierigkeit, die ich in der Umsetzung der Medienbegrenzung im Alltag sehe, ist dem Drängen des Kindes nicht nachzugeben, im Glauben, man tut seinem Kind einen Gefallen. Denn kurzfristig springt ja als Eltern unserer eigenes Belohnungssystem durch die Dankbarkeit des Kindes an, wir bekommen Bestätigung und fühlen uns wohl. Aber langfristig schaden wir dem Kind mehr, als wir nützen. Das sich permanent bewusst zu machen und gegen die eigenen Bedürfnisse zu handeln, das sind die wahren Herausforderungen. Und ich glaube, je mehr man als Eltern nach einer Bestätigung durch das Kind sucht, umso schwerer wird es sein, Grenzen (egal welcher Art) zu setzen und Konflikte auszuhalten. Das hat dann nichts mehr mit Hirnforschung, sondern mit der Psychologie des Einzelnen zu tun und letzten Endes mit der Psychologie der Gesellschaft und ihrer Historie.

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Geplante Obsoleszenz

So nennt man es, wenn Produkte mit Absicht überflüssig werden sollen, um dann ausgetauscht bzw. erneuert zu werden; ein geplantes Verfallsdatum durch technische Mängel. Lange Jahre forschten Wissenschaftler nach der ultimativen Haltbarkeit. Heute wird „für“ den Endverbraucher anders geforscht.

Glühbirnen, die eigentlich 100 Jahre halten könnten.

Statt 100 Jahre Brenndauer schaffen Glübirnen heute nur noch 1000 Stunden (das sind bei 24h/Tag =weniger als 50 Tage Dauerbrennen).

Halten sich Hersteller nicht daran, werden Sie durch Geldstrafen belangt.

Damals, vor einer Regelung, war das noch anders. Hier ein Übrigbleibsel: eine über 100 Jahre alte Glühbirne in Livermor (seit 1901), für die sogar eine eigene Webcam eingerichtet wurde (die Webcams mussten wegen Defekten selbst  mehrmals erneuert werden…)

Wie hat die geplante Obsoleszenz begonnen?

Zur Förderung der Wirtschaftskraft sollte der Bürger seit den 1920ern irgendwie animiert werden, mehr zu kaufen. Das geht durch die Bildung neuer Bedürfnisse (geändertes Design), aber auch durch gezielten Verschleiß, z.B. in Damenstrümpfen oder bei Autos, Druckern…

Ziel war, das Wachstum weiter zu beschleunigen.

Welche Waren sind betroffen?

Besser wäre vielleicht zu fragen: Welche nicht?

Gezeigt wird in der Produktion von Arte, wie Autos, Drucker, PCs und und und der geplanten Obsoleszenz unterliegen. Die Wirtschaft hat kein Interesse an langlebigen Produkten. Denn dann kaufen Kunden irgendwann nichts mehr, weil eine Sättigung erreicht wurde. Dies wird vermieden. Denn unsere Wirtschaft basiert auf dem Prinzip des konstanten Wachstums.

Neues Verhalten der Käufer

Alle 2 Jahre gibt es ein neues Handy, das alte landet auf den Müll. Alle paar Jahre ein neues Auto. Strumpfhosen haben z.T. eine Verfallszeit von einem Tag usw. Wir kaufen neu. Wir wollen neu kaufen.

Wo bleibt der Müll?

Diese Frage stellen wir uns Deutschland sicher nicht. Alles sieht sauber aus, die Müllabfuhr kommt regelmäßig. Wir haben doch kein Müll-Problem!

Doch haben wir. Global gesehen. Denn der Müll wird (zum Teil illegal) in andere Länder mittels Container verschifft und dort abgeladen.

Ergebnis: Täler voller Müll.

Im Bild: Computerschrott, auch aus Deutschland, wo der Fluss vor Jahren floss.

Computerschrott auch aus Deutschland in Ghana

Beitrag bei Arte

Dies war eine ausgwählte Zusammenfassung des Beitrages bei Arte zum Thema Obsoleszenz. Hier gibt es den kompletten Beitrag zum Ansehen:

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…die Welt entsteht im Kopf, sagten die Konstruktivisten bereits Mitte der 90er Jahre. Heute sagen wir: Die Welt entsteht im PC…

Folgendes Beispiel macht es vor, denn NICHTS ist hier mehr real. Kein Blatt, kein Stein. Nichts.

Seht selbst:

Eine Webseite, die sich mit dem Thema Animation und Rendering inkl. Forum sowie  Galerie von Meisterwerken befasst, ist 3dmax.

Und hier die Webseite eines Freundes mit Beispielen aus dem Einsatz in diversen Unternehmen…. www.jarnomueller.net und grafiker.org.

Unglaublich, was graphisch möglich ist.

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