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Vor einigen Jahren hatte ich das Glück, ein Bild von Emil Nolde bei einer Ausstellung in Jena sehen zu dürfen –  einen Weg zwischen Bäumen, ein scheinbar einfaches Motiv, welches aber so facettenreich war, dass es mir nachhaltig in Erinnerung blieb und mich selbst sehr inspiriert hat.

Museum für bildende Künste Leipzig (MdbK)

Museum für bildende Künste Leipzig (MdbK)

Für mich ist eine Ausstellung gelungen, wenn sie etwas mit mir macht. Die aktuelle Emil Nolde Ausstellung in Leipzig im Museum der bildenden Künste (MdbK) ist eine solche. Ich mag die Art und Weise, wie er die Momente in Bildern festgehalten hat. Noldes Farbspiel ist betörend, berauschend, an der Grenze des Aushaltbaren – voller Leidenschaft und Impulsivität. Mutig in der Reduzierung, sinnlich im Festhalten des Momentes, des Lichtes, und gleichzeitig im Versuch etwas auszudrücken. Ich stehe vor den Gemälden und denke: Wie kann man nur so wunderbar malen? Wie schafft man es, solch eine Tiefenwirkung zu erzielen? Die Schatten sind so bunt, die Motive verfremdet und doch lebendig. Als würden die Gemälde etwas anderes offenbaren, den innewohnenden Charakter, der auf den ersten Blick nicht sichtbar ist.

Emil Nolde – Die Schaffenszeit rund um sein Wirken in der „Brücke“

Die sehr umfangreiche Ausstellung zeigt Nolde in seiner kurzen Mitgliedszeit 1906-1907 in der expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke“, sowie sein Wirken kurz vorher/nachher. Nolde wurde damals von der Künstlergruppe angeworben, trat aber nach einem Jahr wieder aus, angeblich, weil er sich gegen den Einheitsstil gewandt hat. Er meinte, „Ihr solltet euch nicht Brücke, sondern van Goghiana nennen“. Ich würde dem nach dem Besuch der Ausstellung aufgrund der Vielfalt der Werke nicht ganz zustimmen, aber man sieht sehr die Anlehnung an den berühmten Meister. Ich möchte es so sagen: „Wer den pastosen Auftrag und den breiten Pinselstrich von Vincent Van Gogh mag, wird sicherlich auch die Ausstellung mögen“. Überhaupt ist die Zeit 1906/1907 in der Tat eine Brücke zwischen Impressionismus und Expressionismus.

Emil Nolde in Leipzig

Eine Ecke der Emil Nolde-Ausstellung


Zu sehen sind im MdbK nicht nur Werke von Nolde, sondern auch die seiner Brücke-Kollegen, wie z.B. von Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Dabei werden insbesondere Landschaften, Akte und Portraits gezeigt, sowohl in der graphischen Form als auch als Gemälde. Dazu kann jeder im Nolde-Atelier kreativ werden, eine schöne Idee für Kinder.

Das "Nolde-Atelier" zum kreativ werden

Das „Nolde-Atelier“ zum kreativ werden

Bei der Vielzahl der Werke kann ich, wie auch sonst, nicht alle Bilder erfassen und so sind es einzelne Bilder, die mich besonders beeindrucken.

Besonders schön fand ich… 

…die Gemälde:

  • Emil Nolde „Feriengast- Mann unter Birken“ (1904)
  • Emil Nolde „Lesende junge Frau“ (1906)
  • Emil Nolde „Birken im Schnee“  (1907)
  • Emil Nolde „Stillleben“ (1907) – (das stammt aus der Kunsthalle in Jena)
  • Emil Nolde „Unterhaltung im Garten“ (1908)
  • Emil Nolde „Binnensee“ (1910)
  • Emil Nolde „Friesenhäuser“ (1910)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Am Pleißebach“ (1906)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Landhaus in Osterholm (1906)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Dorfhaus mit Weiden“ (1907)
  • Erich Heckel „Spätnachmittag Dangst“ (1907)

…und die Graphiken:

  • Emil Nolde „Kopf mit Pfeife“ (1907)
  • Emil Nolde „Aus Friesland“ (1910)
  • Emil Nolde „Segler und der kleine Dampfer“ (1910)
  • Fritz Bleyl „Frau unter Bäumen“ (1907)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Die Pappel“ (1907)

 

Noch bis zum Ende dieser Woche, bis zum 18.6.2017, habt ihr die Chance, diese wunderbare Ausstellung selbst zu erleben. Besonders, wenn Ihr schöne und ästhetische Dinge mögt, dann seid Ihr hier genau richtig.

 

Das Museum für bildende Künste Leipzig 

Nun noch Worte zum Museum selbst… Wenn ich den künstlerischen und ausstellerischen Wert betrachte, finde ich es perfekt. Die Bilder waren sehr gut ausleuchtet, das Stimmung wunderbar, die Hängung in dieser Ausstellung großzügig. Kein Bild hing, wie manchmal üblich, übereinander. Alle Werke bekamen den Raum, den sie aus meiner Sicht brauchen. Dabei wurden einzelne Trennungswände in kräftigen Tönen farbig hervorgehoben- ganz wunderbar.

Farbenfrohe Ausstellungsräume

Farbenfrohe Ausstellungsräume bei „Emil Nolde“

Was mir gefehlt hat, waren ein paar weiterführende Informationen zur Ausstellung, eine kleine Einführung, ein paar Eckdaten oder Anekdoten zum Ein- und Austritt Noldes, ein Hinweis, wie die Ausstellung aufgebaut/gedacht ist. Im Katalog findet man dazu bereits beim groben Durchblättern einiges. Jedoch habe ich, bis auf einen Hinweis zu Werken, die in der Nazizeit als entartet eingestuft wurden, und den Lebenslauf Noldes,  keine relevanten weiterführenden Informationen direkt in der Austellung gefunden. Klar, wird man manchmal auch überfrachtet mit Infos, die gefühlt keiner liest, aber es gibt auch die Möglichkeit, wenig zu schreiben und relevante Sachen hervorzuheben, so dass es bei Interesse erfasst werden kann.

Sehr freundlich empfand ich das gesamte Personal. Vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle für die Möglichkeit, mit meinem Handy fotografieren zu dürfen. Sehr putzig fand ich in dem Zusammenhang eine Dame des Security-Personals. Sie war so in ihrem Job, dass sie mich im Affekt mehrmals ansprach, dass ich dies zu unterlassen habe, obwohl ich mit rotem Kleid und der Genehmigung um den Hals nicht gerade unauffällig aussah. Wir haben dann sehr nett ein paar Worte gewechselt und sie meinte, ihr wäre das auch schon fast im Alltag passiert, nämlich Menschen in bestimmten Schlüsselsituationen zu ermahnen. Auch hier sind also „mal wieder“ normale Menschen bei der Arbeit, was so mancher Besucher zu vergessen scheint, wenn er sich über die Strenge der Security aufregt.

Wie streng jedoch das Tragen einer Jacke im Ausstellungsraum genommen wurde, habe ich dann bei einem alten Herrn live erlebt. Dieser durfte die Jacke zwar ausziehen, aber nicht einfach über einer Schulter hängen lassen – diese könnte versehentlich beim Umherwirbeln ein Kunstwerk berühren… OMG. Hm – man sollte am besten jedem Besucher so ein kleines Heftchen mit in die Hand drücken, wie bitte die Sachen zu tragen sind. Klar, ist das ein bisschen ironisch, aber irgendwie auch wirklich so. Denn in bestimmten Fällen überlegt sich der alte Herr vielleicht VORHER, ob er nicht doch lieber das Schließfach nimmt. Mit der Garderobe/Schließfächern hatte ich übrigens selbst so meine Schwierigkeiten, denn ich habe sie anfangs schlichtweg nicht gefunden. Hier wäre für mich ein genauer Vorab-Hinweis der Damen an der Ticket-Kasse sehr hilfreich gewesen, die immerhin gesagt haben, dass ich meine Tasche einschließen muss. Ja, irgendwo stand es auch dran… Aber dass diese Fächer direkt hinter dem Ticketschalter liegen, da wäre ich nicht drauf gekommen, ich hatte zunächst im Untergeschoss gesucht. Schön wäre auch ein Hinweis zur 1€-Pfand-Nutzung, wenigstens im Inneren der Schließfächer.

Foyer des Museums für bildende Künste Leipzig

Foyer des Museums für bildende Künste Leipzig

Beschäftigt hat mich bei der Brillanz der Werke die Besucheranzahl. Für einen Samstag Nachmittag und einer proppenvollen Stadt (parallel allerdings das jährlich stattfindende Bachfest auf dem naheliegenden Markt) waren es doch ein übersichtliche Anzahl an Gästen. Im Anschluss saß ich naheliegenden Eiscafé und habe noch darüber nachgedacht. Mir ist aufgefallen, dass die Beschilderung zum Museum nicht gut war. Ich wusste noch ungefähr, wo es ist, habe es aber mit den zu sporadisch aufgestellten Wegweisern nicht gefunden, sondern bin am Ende dann doch meiner Erinnerung gefolgt. Denn ich finde, trotz der enormen Zentralität liegt das Gebäude doch auch etwas versteckt.  Vielleicht könnte man die Beschilderung in der Stadt für solche wichtigen Dinge einfach noch ausbauen/ bzw. an Frauen wie mich anpassen, um die Besucherzahlen nach oben zu ziehen…

Nach der Ausstellung bin ich – angefüllt wie immer – in den Museumsshop gegangen, um mir Karten zu kaufen. Nicht verstehen konnte ich, dass es generell nur 7 Postkarten zur Ausstellung zu kaufen gab – neben dem Katalog. Diese waren für meinen Geschmack leider etwas unspektakulär ausgewählt, so das ich seit langem keine Karte nach einer Ausstellung erworben habe. Sehr schade. Es gab so schöne Motive…. Ich frage mich: Gab es da einen besonderen Grund für? Bestimmte Rechte, die man beachten muss?

Noch ein Tipp: Wer diese Woche nicht ins Museum mag oder eher darauf steht, Werke aus unterschiedlichen Epochen zu sehen, ist mit der „festen“ Sammlung gut beraten. Das moderne Gebäude selbst hat einige Überraschungen zu bieten und die verschiedenen Werke von Klassikern bis zur zeitgenössischen Kunst sind in jedem Fall sehenswert, wie z.B. von Peter Paul Rubens, Max Klinger, Max Liebmann, Edvard Munch, Claude Monet, Caspar David Friedrich, Neo Rauch und viele viele andere.

Kontakt:

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Telefon: 0341 – 216 99 0
Telefax: 0341 – 216 99 999
E-Mail: mdbk[at]leipzig.de
Internet: www.mdbk.de

Emil-Nolde-Ausstellung: bis einschließlich 18.06.2017

Öffnungszeiten:

Di, Do-Sa: 10-18 Uhr
Mi: 12-20 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreise:

Eintritt zur Wechselausstellung: 8 € (ermässigt 5,50 €)
Sammlung 5 € (ermässigt 3,50 €)
Kombiticket: Sammlung/Wechselausstellung: 10 € (ermässigt 7€)
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr!
Am 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei.

 

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Als Wegbereiter des Impressionismus hat Turner schon Claude Monet zu seinen ersten wichtigen Bilder inspiriert, denn er spielte auffallend mit dem Licht in seinen Werken. Auf seinen berühmten Motiven sind z.B. Sonnenuntergänge zu bewundern und vor allem auch das Meer in all seinen Facetten.

Screenshot der Webseite vom "Kunsthaus Apolda"

Das Kunsthaus in Apolda zeigt einige seine Bilder unter dem Titel „Reisen mit William Turner“. Zu sehen sind Aquarelle und Radierungen aus dem Bury Art Museum.

Dauer der Ausstellung: 15. Januar bis 09. April 2012

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr (auch an Feiertagen)

Eintritt: Erwachsene: 5 Euro, ermäßigt: 4 Euro

Kunstaus Apolda

Bahnhofstraße 42
99510 Apolda/Thüringen
Telefon: +49 3644 51 53 64

Weitere Onlineartikel:

MDR Figaro

Focus Online

PS: Wer lieber gleich nach den Impressionisten Ausschau halten möchte, kommt noch bis zum 03.03.2012 nach Jena ins Stadtmuseum zur Ausstellung: Renoir bis Picasso (Erfahrungsbericht) oder Info.

 

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Bald steht das Wochenende an und ich denke an letztes Wochenende zurück.

Ich war inzwischen in der Ausstellung „Renoir bis Picasso“ im Jenaer Stadtmuseum „Göhre“, die vom Namen zwar mehr versprochen hat, aber dennoch wirklich sehenswert ist und ein schönes Ausflugspaket verspricht.

kreative Anregung im Stadtmuseum

Einige Bilder sind richtig schön, wie z.B. die Dame „Arletty“ aus dem Stadtviertel „Moulin Rouge“, die zig mal für diverse Künstler Modell stand und in Ihrer Zeit als bekannteste Frau in Paris galt. Bei dem Gemälde hat mich beindruckt, wie echt der Faltenwurf rüber kam. Ich hatte bei Betrachten das Gefühl, dass der gemalte Vordergrund vor einem echten Brokatstoff hing: wirklich faszinierend.

Moise Kisling: Arletty (1891), Foto vom Ausstellungsflyer

Aber es gibt auch weitere schöne Bilder, sowohl kubistische, impressionistische, pointellistische oder expressionistische. Monet ist allerdings mal wieder nicht dabei gewesen ;-). Picasso ist lediglich mit drei winzigen Zeichnungen vertreten, die ich erst mal suchen musste, insofern ist der Name der Ausstellung nicht wirklich gerechtfertigt….: Marketing!

Im Original wirklich sehr stimmungshaft fand ich auch das Bild von Theophile-Alexandre Steinlen „Les deux Parisiennes“ (1859), das auch im Flyer vertreten ist. Leider gab es davon keine Karte. Mit nur 10 Motiven fand ich das Angebot leider sehr dürftig.

Aber nichtsdestotrotz: Wer in großen Museen eher Panik bekommt, es etwas gemütlicher und familiärer mag und sowieso erkannt hat, dass man nicht 1000″ Bilder (siehe Louvre) verarbeiten kann, der ist hier im Jenaer Stadtmuseum genau richtig. Die Auswahl ist klein, aber fein.

Kinder sind übrigens kostenlos, was ich noch gar nicht wusste.

Genuss im Muesumscafe „Philisterium“

Im Anschluss waren wir im kleinen Cafe bzw. einer alten Weinstube des Stadtmuseums: Gefühlt war ich zum 1. mal dort. Es gibt dort nur 5 Tische, aber das macht nichts. Dafür wird man mit Gemütlichkeit wie in historischen Zeiten belohnt und kann in altdeutscher Art Weisheiten von den Wänden lesen oder alte Fotos ansehen. Wir hatten Glück und bekamen einen Tisch und ich noch mehr: Himbeertorte: Unglaublich lecker!!!

Hier gehts zum Cafe „Weinstube Philisterium“ im Stadtmuseum Jena…

Kreativ sein zu Hause

Viele Anregungen habe ich ich mitgenommen und zu Hause habe wir alle eine Mal-Session eingelegt-das war echt toll und ist als Abschluss einer Ausstellung sehr zu empfehlen. 🙂

Newsartikel zur Ausstellung.

Eintrittspreise und Infos zur Ausstellung

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Immer wieder unglaublich, was in Jena so möglich ist. Nach dem bewegenden Wochenende mit Rock gegen Rechts rund um Udo Lindenberg, Peter Maffay, Silly & Co. trumpft das Stadtmuseum mit hochkarätigen Künstlern der Malerei auf.

Die Ausstellung „Von Manet bis Renoir“ (ich berichtete, und nochmal) war schon extrem gut besucht, es bildeten sich Schlangen, was doch eher selten für ein Museum ist, zumindestens in Thüringen.

Jetzt freue ich mich sehr auf diese Ausstellung und muss mich derzeit entscheiden, wen ich denn als Begleitung mitnehme. Ob es dann wieder so voll wird, wird sich zeigen. Momentan herrschen ja eher Ausnahmezustände in diversen Geschäften…

Aber dies hier solltet Ihr Euch wirklich nicht entgehen lassen!!!

Dauer der Ausstellung: 04.12.2011 – 03.03.2012

Kontakt zum Museum: +49 (0) 3641 – 49 82 61

Öffnungszeiten:

Montag geschlossen
Dienstag 10 – 17 Uhr
Mittwoch 10 – 17 Uhr
Donnerstag 15 – 22 Uhr
Freitag 10 – 17 Uhr
Samstag 11 – 18 Uhr
Sonntag 11 – 18 Uhr

Zur Webseite des Stadtmuseums

Flyer zum Download (pdf)

Hintergrundbericht: Der lange Weg zur Ausstellung (OTZ)

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Kunstwerke, die es schaffen mich vom bloßen Foto aus der einfachen Druckausgabe der Tagespresse (OTZ) zu begeistern, sind für mich die große Kunst.
Dazu gehören die Werke von Susan Liebold, deren Glasstücke derzeit in der Otto-Schott-Villa in Jena zu sehen sind.

Mir fallen dazu Worte ein wie „grandios“, „zart leuchtend“ und „einzigartig“. Das ist ihre Kunst, die sie bereits mit 8 Jahren in der elterlichen Glaswerkstatt gelernt hat und die auf Burg Giebichenstein ihren professionellen Studienabschluss gefunden hat.

Abschluss hin oder her: Die Werke sprechen für sich, die aus meiner Sicht eine völlig neue Dimension aufmachen. Durch die Verknüpfung von Tradition und Moderne macht Susan Liebold diesen Beruf des Glasbläsers auf einmal unglaublich spannend und zeitgemäß. Besonders spannend ist der Fakt der gezeigten Exponate, dass diese im Dunkeln von selbst leuchten

Ihre Webseite zeigt bereits in kunstvollen Fotos einige Stücke von ihren schön(sten) Seiten. Ein Besuch lohnt sich bereits hier.

Die aktuelle Ausstellung bei freiem Eintritt macht es möglich, die Werke live zu betrachten. Sogar die Künstlerin ist zu sehen und/oder  zu sprechen, bei einer Führung, z.B. am 27.2. um 16 Uhr.

Nun möchte ich aber neben der Kunst noch eine 2. Ebene aufmachen, bezogen auf den Bereich Marketing: Denn im Zusammenhang fiel mir bei dieser Recherche etwas auf, dass nämlich so gut wie die PR von Susan Liebold ist, um so schlechter sich die von SCHOTT gestaltet, was mich verwundert bzw. erschrocken hat.

Da sponsort SCHOTT mit seinen Räumen Künstler und schafft es nicht einmal, die Kunstausstellung auf ihrer Webseite (zum Veranstaltungsort) zu bewerben? Obwohl das Thema mit Glas zu tun hat? … zumal SCHOTT „angeblich“ großes Interesse an der Künstlerin hatte…
Und dort steht auch nichts, von den derzeit veränderten Öffnungszeiten. Denn im Februar kann auch jeden Samstag der geneigte Kunstinteressent vorbei schauen. Schade, das erfuhr ich nur durch einen Anruf in der Villa selbst. Aber gerade dann haben ja die meisten Leute Zeit…
Und wenn sogar ein kurzer Beitrag im Fernsehen zu sehen ist, dann sollte es doch auch für die Webseite reichen. Naja, wer weiß….
Ich gehe jedenfalls noch hin! Das muss ich live sehen.

Der Filmbeitrag kam unter mdr und ist leider nicht mehr online.

 

Ausstellungsort:
Schott Villa
Otto-Schott-Strasse 13
07745 Jena

Anfahrtsskizze

Tel.: +49 (0 )36 41/6 81-5754

Dauer der Ausstellung: bis 23.04.2010

Öffnungszeiten:

Di-Fr: 13-17h

im Februar 2010 (testweise)
Sa: 13h-17h

Eintritt: frei

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Mit dem Bauhausjahr 2009 ist derzeit wieder eine Kunstausstellung in Jena, die sicher auch den einen oder anderen Nicht-Thüringer anlocken wird: Denn mit dem Russen Wassilli Kandinsky ist natürlich ein excellenter Wurf gelungen. Wer also am 18.09.2009 nicht das Kleingeld hat, zur Kandinsky-Ausstellungseröffnung ins Guggenheim Museum nach New York zu kommen, kann gern nach Jena fahren.

Was ich ganz spannend bei Kandinsky finde, ist, dass er anfangs wirklich noch expressionistische Züge hatte und immer mehr abstrahierte.

bei der Geliebten Gabriele Münter lebt sichs gemütlich...

Murnau, bei der Geliebten Gabriele Münter lebt sichs gemütlich...

In Murnau, nahe Ettal/Oberammergau im tiefsten Oberbayern fand er den noch expressionistischen Stil, den er als ein Mitgründer und Vertreter der Künstlergruppe des „BlauenReiter“s (1911) vertiefte  und ist damit auch im Lenbachhaus in München zu sehen, dem aus meiner Sicht sehenswertesten Museum Münchens.

Kandinsky 1908 Blick auf Murnau Quelle: http://www.flickr.com/photos/andreas_helke/53177844/

Kandinsky 1908 Blick auf Murnau Quelle: http://www.flickr.com/photos/andreas_helke/53177844/

Dieser Stil der Gruppe, mit Franz Marc als für mich bedeutesten Teil des „Blauen Reiters“, hat natürlich kaum was mit dem klassischen Bauhaus zu tun.

Ecken und Kanten

Ecken und Kanten

Der Ortswechsel in den trockenen Nord-Osten, der Weiterentwicklung und schließlich Berufung als Lehrer am Bauhaus in Weimar und Dessau spiegelte sich auch in seinen Bildern wieder, die immer mehr abstrahierten. Diese geometrischen Bilder, die wirken wie konstruiert auf einem Reißbrett, sind wohl diese, die die meisten heute als DEN Kandinsky im Kopf haben. Dieser Konstruktivismus führte auch zu einer neuen Künstlervereinigung, die „blaue vier“. Jawlensky, als weiterer Russe, sowohl Lyonel Feininger und Paul Klee (welcher zuvor auch Mitglied des „Blauen Reiter“s war) waren neben Kandinsky Teil dieser Gruppe. Spannend ist, dass zudem sowohl Klee als auch Feininger viel in Thüringen unterwegs waren.

Kandinsky abstrakt

Kandinsky - viel Geometrie

Vor einigen Jahren gab es im Romantikerhaus in Jena bereits eine kleine Klee-Ausstellung und in diesem Jahr dürfen wir uns in wenigen Tagen auch wieder auf eine erneute Ausstellung von Feininger-Werken im Kunsthaus Apolda freuen.  Aber dazu dann an anderer Stelle mehr…

Jetzt erst mal zu Kandinsky, zu sehen noch bis zum 22.11.2009!

… zur offiziellen Seite des Stadtmuseum

…der Flyer zur Kandinsky Ausstellung zum Download

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Nun ist es schon etwas her, dass ich die Ausstellung „Manet bis Renoir“ in Jena besuchen konnte. Es hat sich wirklich gelohnt.

Wenn ich jetzt so unbedarft zurückblicke, dann kommen mir einige Bilder ganz schnell wieder in Erinnerung: z.B. der Picasso an einer roten Wand- perfekt inszeniert.

Meine persönliche Überraschung der Ausstellung waren jedoch die Bilder von „Gustave Caillebotte“, der mir bisher, trotz meiner zig Ausstellungsbesuche an diversen Orten, noch nie bewusst begegnet war. Zwei Bilder von Caillebotte haben mich besonders fasziniert, jedoch nicht weil ich die Motive besonders spannend finde, das eher im Gegenteil. Aber die Umsetzung war so beeindruckend, dass ich mir beim Betrachten wirklich vorstellen konnte, dass mir das eine mal ein Mann entgegen läuft und dass ich beim zweiten Bild in einen echten Wald hinein blicke.

Diese Art von Bildern, bei denen ich beim Betrachten das Gefühl bekomme, dass ich selbst Teil der Situation werde, sind es, die mich derzeit am meisten faszinieren.

Wer also noch nicht in der Ausstellung war, dem empfehle ich sehr, sich vor diese Bilder zu stellen und sich in die Situation einzufühlen. Möglich ist die Besichtigung der Ausstellung noch bis zum 22.02.2009! Viel Spaß!

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