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Archive for the ‘kunstdasein’ Category

meine CD… mit Gebrauchsspuren…

Ich höre gerade mal wieder das Album „una mattina“ von Ludovico Einaudi und merke, dass ich das Euch sehr ans Herz legen möchte.

Wirklich sehr selten kaufe ich mir eine ganze „Platte“ (für die jüngere Generation: das sind große schwarze Scheiben, wo Musik drauf ist 😉). Aber diese habe ich schon seit „Ziemlich beste Freunde“ und habe die Investition nie bereut, da sie immer mal läuft, wenn ruhige Momente dran sind… Allerdings wird sie selten direkt von CD, sondern meist vom Handy mit der Bluetooth-Box oder mit Kopfhörern angehört.

Selbst Straßenmusiker haben inzwischen Einaudi im Programm, wie Christian Pommnitz (buchbar über „zart und zornig“), der immer mal mit seinem portablen Flügel – auch in Erfurt und Jena – unterwegs ist… Als ich letztens in Erfurt war, stand er ebenfalls vor der Krämerbrücke und ich hatte mir – passenderweise –  „una mattina“ gewünscht….

Nochmal eine andere Klasse ist natürlich Einaudi selbst, der soviel Gefühl in jeden Anschlag legt, dass ich Gänsehaut bekomme. Wirklich gern wäre ich dieses Jahr zu einem seiner Konzerte gegangen. Dafür war ich bei Hans Zimmer… alles geht eben auch nicht… hm… trotzdem echt schade.

Mir gefällt jedenfalls fast jeder Song und kann das auch gut nebenbei hören.

Sein bekanntestes Stück ist natürlich „Una Mattina“ selbst.

Ich mag auch sehr: „Ora“


…und „Ancora“:


… sowie „Divenire“, welcher fast mein liebster Song ist, allerdings von einem anderen Album…

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Der Start in die Kulturarena-Saison hat begonnen: Gestern Abend war ich bei „Judith“ (von Friedrich Hebbel) zum Eröffnungs-Theater der Kulturarena… (…gerade erst schrieb ich einen Beitrag zu diesem wunderbaren 8-wöchigen Sommer-Theater-Kino-Konzert-Ereignis in Jena…)

Erste Aktionen vor Beginn

Es war angenehm warm draußen und die Stimmung in der Stadt entspannt. Um einen Sitzplatz zu reservieren, war ich zeitig da und hatte genug Zeit, um das Treiben zu beobachten, mit Nachbarn zu quatschen und so hin und wieder in mich hinein zu schmunzeln…

Bereits vor Beginn des Stückes kamen die ersten Statisten auf die Bühne und es ging zur Sache. Einige waren als Soldaten verkleidet und standen provokativ vor dem Publikum. Wenig später wurde gespielt, wie eine Frau auf der Bühne verprügelt und diese unter ihrem Schreien in eine Ecke gebracht wurde… unerwartet an diesem lauen Sommerabend. Es war krass und irgendwie nicht ganz so, wie ich mir einen unterhaltsamen entspannten Abend vorgestellt hatte, den ich gerade dringend brauchte. Ich war also, bevor es überhaupt losging, wirklich im Zweifel, ob ich mir gerade mit dem Abendprogramm einen Gefallen getan hatte.

Hohe Aktivität bereits 10min vor Beginn des Stückes

Auch die letzten Jahre wurde immer schon vor Beginn gespielt, manchmal auch unter Einbezug der Theatergäste. Ich finde das generell gut…denn auf jeden Fall verkürzt es die Wartezeit….

Der Inhalt des Stückes

Ja, das Thema ist schwer: Glaube, Krieg, Hass, Hunger und Elend spielten die Hauptrollen und so passt das Thema sicher auch in die aktuelle Syrien-Thematik. Letzten Endes zeigte das Stück aber auch, dass selbst der größte Tyrann (Holofernes) ein Mensch mit sexueller Begierde ist und wie Judith aus dem gegnerischen Lager ihre weiblichen Waffen einsetzte, um ihn damit zur Strecke zu bringen.

Weitere Infos könnt ihr dem Flyer entnehmen:


Namensträger für Judith Holofernes

Wer aufmerksam gelesen hat, hat es vielleicht schon bemerkt: Das Stück war für den Künstlernamen der Frontsängerin „Judith Holofernes“ von „Wir sind Helden“ der Ideengeber. Judith Holofernes, die dieses Jahr selbst am vorletzten Tag der Kulturarena auftritt, dürfte es sicher freuen, dass genau dieses Stück aufgeführt wird.

Stimmung und Wirkung des Abends

Der Abend war mal nicht ausverkauft, wie ich es sonst eher gewohnt bin, was vermutlich an der hohen Konkurrenz zum Folkfestival in Rudolstadt gelegen hat, aber vielleicht auch an dem schweren Thema per se. Dafür gab es gut Platz in den Sitzreihen.

Gewundert hat mich, dass die Akustik so schlecht war. Ich saß im Rang, vierte Reihe und hatte vor allem zu Beginn Mühe die Schauspieler zu verstehen. Überhaupt fand ich den Start alles andere als gelungen. Zu lange brauchte ich, bis klar war, wer gerade von den Massen spricht, die gleichzeitig auf der Bühne waren. Ansonsten fand ich es kurzweilig, während meine Begleitung lieber geschlafen hätte…  Ob das die Regie, Moritz Schönecker, so geplant hat…?

Am besten – und wirklich richtig gut – fand ich die musikalische Untermalung, die live von einer kleiner Band und einer Sängerin (Raphaëlle Brochet) mit einer wunderbaren eindringlichen Stimme zum besten gegeben wurde. Zwar wiederholten sich die Motive der Stücke, waren aber aus meiner Sicht passend und gaben der Szenerie einen orientalischen und klagenden Charakter.

Die Schauspieler kamen dagegen durch die mangelnde Akustik für mich nicht so gut zur Geltung, es fehlte mir an Präsenz. Das Gefühl, das man irgendwann selbst TEIL der Bühne ist, stellte sich nicht wirklich ein, obwohl das Bühnenbild toll war. Hier ist sicherlich Spielraum nach oben  – da habe ich schon bessere Aufführungen an dieser Stelle erlebt, auch wenns viele gute Szenen gab.

… Teil der Eröffnungsszene

das Bühnenbild war echt gut gemacht

…rechts in dem Glaskasten saß die Band einschließlich der Sängerin

  

Trotz Kritik, fand ich es dennoch kurzweilig und hatte noch einen unterhaltsamen Abend. 

….Jetzt bin ich schon freudig gespannt auf das erste Konzert… 😊 

Zum Programm und Ticketkauf der Kulturarena

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Newcomerin Alice Merton, die derzeit in Berlin lebt, singt in dem Song über ihre fehlenden Wurzeln im Leben.

Der Song mit dem sehr tanzbaren Sound ist gerade mein aktueller Ohrwurm. 

Merton, die an der Popakademie in Mannheim studierte, hat aber auch noch viel viel mehr zu bieten… 

Hoffentlich kommt sie bald zur Kulturarena nach Jena!

Zur Webseite von Alice Merton

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Vor einigen Jahren hatte ich das Glück, ein Bild von Emil Nolde bei einer Ausstellung in Jena sehen zu dürfen –  einen Weg zwischen Bäumen, ein scheinbar einfaches Motiv, welches aber so facettenreich war, dass es mir nachhaltig in Erinnerung blieb und mich selbst sehr inspiriert hat.

Museum für bildende Künste Leipzig (MdbK)

Museum für bildende Künste Leipzig (MdbK)

Für mich ist eine Ausstellung gelungen, wenn sie etwas mit mir macht. Die aktuelle Emil Nolde Ausstellung in Leipzig im Museum der bildenden Künste (MdbK) ist eine solche. Ich mag die Art und Weise, wie er die Momente in Bildern festgehalten hat. Noldes Farbspiel ist betörend, berauschend, an der Grenze des Aushaltbaren – voller Leidenschaft und Impulsivität. Mutig in der Reduzierung, sinnlich im Festhalten des Momentes, des Lichtes, und gleichzeitig im Versuch etwas auszudrücken. Ich stehe vor den Gemälden und denke: Wie kann man nur so wunderbar malen? Wie schafft man es, solch eine Tiefenwirkung zu erzielen? Die Schatten sind so bunt, die Motive verfremdet und doch lebendig. Als würden die Gemälde etwas anderes offenbaren, den innewohnenden Charakter, der auf den ersten Blick nicht sichtbar ist.

Emil Nolde – Die Schaffenszeit rund um sein Wirken in der „Brücke“

Die sehr umfangreiche Ausstellung zeigt Nolde in seiner kurzen Mitgliedszeit 1906-1907 in der expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke“, sowie sein Wirken kurz vorher/nachher. Nolde wurde damals von der Künstlergruppe angeworben, trat aber nach einem Jahr wieder aus, angeblich, weil er sich gegen den Einheitsstil gewandt hat. Er meinte, „Ihr solltet euch nicht Brücke, sondern van Goghiana nennen“. Ich würde dem nach dem Besuch der Ausstellung aufgrund der Vielfalt der Werke nicht ganz zustimmen, aber man sieht sehr die Anlehnung an den berühmten Meister. Ich möchte es so sagen: „Wer den pastosen Auftrag und den breiten Pinselstrich von Vincent Van Gogh mag, wird sicherlich auch die Ausstellung mögen“. Überhaupt ist die Zeit 1906/1907 in der Tat eine Brücke zwischen Impressionismus und Expressionismus.

Emil Nolde in Leipzig

Eine Ecke der Emil Nolde-Ausstellung


Zu sehen sind im MdbK nicht nur Werke von Nolde, sondern auch die seiner Brücke-Kollegen, wie z.B. von Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Dabei werden insbesondere Landschaften, Akte und Portraits gezeigt, sowohl in der graphischen Form als auch als Gemälde. Dazu kann jeder im Nolde-Atelier kreativ werden, eine schöne Idee für Kinder.

Das "Nolde-Atelier" zum kreativ werden

Das „Nolde-Atelier“ zum kreativ werden

Bei der Vielzahl der Werke kann ich, wie auch sonst, nicht alle Bilder erfassen und so sind es einzelne Bilder, die mich besonders beeindrucken.

Besonders schön fand ich… 

…die Gemälde:

  • Emil Nolde „Feriengast- Mann unter Birken“ (1904)
  • Emil Nolde „Lesende junge Frau“ (1906)
  • Emil Nolde „Birken im Schnee“  (1907)
  • Emil Nolde „Stillleben“ (1907) – (das stammt aus der Kunsthalle in Jena)
  • Emil Nolde „Unterhaltung im Garten“ (1908)
  • Emil Nolde „Binnensee“ (1910)
  • Emil Nolde „Friesenhäuser“ (1910)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Am Pleißebach“ (1906)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Landhaus in Osterholm (1906)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Dorfhaus mit Weiden“ (1907)
  • Erich Heckel „Spätnachmittag Dangst“ (1907)

…und die Graphiken:

  • Emil Nolde „Kopf mit Pfeife“ (1907)
  • Emil Nolde „Aus Friesland“ (1910)
  • Emil Nolde „Segler und der kleine Dampfer“ (1910)
  • Fritz Bleyl „Frau unter Bäumen“ (1907)
  • Karl-Schmidt-Rottluff „Die Pappel“ (1907)

 

Noch bis zum Ende dieser Woche, bis zum 18.6.2017, habt ihr die Chance, diese wunderbare Ausstellung selbst zu erleben. Besonders, wenn Ihr schöne und ästhetische Dinge mögt, dann seid Ihr hier genau richtig.

 

Das Museum für bildende Künste Leipzig 

Nun noch Worte zum Museum selbst… Wenn ich den künstlerischen und ausstellerischen Wert betrachte, finde ich es perfekt. Die Bilder waren sehr gut ausleuchtet, das Stimmung wunderbar, die Hängung in dieser Ausstellung großzügig. Kein Bild hing, wie manchmal üblich, übereinander. Alle Werke bekamen den Raum, den sie aus meiner Sicht brauchen. Dabei wurden einzelne Trennungswände in kräftigen Tönen farbig hervorgehoben- ganz wunderbar.

Farbenfrohe Ausstellungsräume

Farbenfrohe Ausstellungsräume bei „Emil Nolde“

Was mir gefehlt hat, waren ein paar weiterführende Informationen zur Ausstellung, eine kleine Einführung, ein paar Eckdaten oder Anekdoten zum Ein- und Austritt Noldes, ein Hinweis, wie die Ausstellung aufgebaut/gedacht ist. Im Katalog findet man dazu bereits beim groben Durchblättern einiges. Jedoch habe ich, bis auf einen Hinweis zu Werken, die in der Nazizeit als entartet eingestuft wurden, und den Lebenslauf Noldes,  keine relevanten weiterführenden Informationen direkt in der Austellung gefunden. Klar, wird man manchmal auch überfrachtet mit Infos, die gefühlt keiner liest, aber es gibt auch die Möglichkeit, wenig zu schreiben und relevante Sachen hervorzuheben, so dass es bei Interesse erfasst werden kann.

Sehr freundlich empfand ich das gesamte Personal. Vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle für die Möglichkeit, mit meinem Handy fotografieren zu dürfen. Sehr putzig fand ich in dem Zusammenhang eine Dame des Security-Personals. Sie war so in ihrem Job, dass sie mich im Affekt mehrmals ansprach, dass ich dies zu unterlassen habe, obwohl ich mit rotem Kleid und der Genehmigung um den Hals nicht gerade unauffällig aussah. Wir haben dann sehr nett ein paar Worte gewechselt und sie meinte, ihr wäre das auch schon fast im Alltag passiert, nämlich Menschen in bestimmten Schlüsselsituationen zu ermahnen. Auch hier sind also „mal wieder“ normale Menschen bei der Arbeit, was so mancher Besucher zu vergessen scheint, wenn er sich über die Strenge der Security aufregt.

Wie streng jedoch das Tragen einer Jacke im Ausstellungsraum genommen wurde, habe ich dann bei einem alten Herrn live erlebt. Dieser durfte die Jacke zwar ausziehen, aber nicht einfach über einer Schulter hängen lassen – diese könnte versehentlich beim Umherwirbeln ein Kunstwerk berühren… OMG. Hm – man sollte am besten jedem Besucher so ein kleines Heftchen mit in die Hand drücken, wie bitte die Sachen zu tragen sind. Klar, ist das ein bisschen ironisch, aber irgendwie auch wirklich so. Denn in bestimmten Fällen überlegt sich der alte Herr vielleicht VORHER, ob er nicht doch lieber das Schließfach nimmt. Mit der Garderobe/Schließfächern hatte ich übrigens selbst so meine Schwierigkeiten, denn ich habe sie anfangs schlichtweg nicht gefunden. Hier wäre für mich ein genauer Vorab-Hinweis der Damen an der Ticket-Kasse sehr hilfreich gewesen, die immerhin gesagt haben, dass ich meine Tasche einschließen muss. Ja, irgendwo stand es auch dran… Aber dass diese Fächer direkt hinter dem Ticketschalter liegen, da wäre ich nicht drauf gekommen, ich hatte zunächst im Untergeschoss gesucht. Schön wäre auch ein Hinweis zur 1€-Pfand-Nutzung, wenigstens im Inneren der Schließfächer.

Foyer des Museums für bildende Künste Leipzig

Foyer des Museums für bildende Künste Leipzig

Beschäftigt hat mich bei der Brillanz der Werke die Besucheranzahl. Für einen Samstag Nachmittag und einer proppenvollen Stadt (parallel allerdings das jährlich stattfindende Bachfest auf dem naheliegenden Markt) waren es doch ein übersichtliche Anzahl an Gästen. Im Anschluss saß ich naheliegenden Eiscafé und habe noch darüber nachgedacht. Mir ist aufgefallen, dass die Beschilderung zum Museum nicht gut war. Ich wusste noch ungefähr, wo es ist, habe es aber mit den zu sporadisch aufgestellten Wegweisern nicht gefunden, sondern bin am Ende dann doch meiner Erinnerung gefolgt. Denn ich finde, trotz der enormen Zentralität liegt das Gebäude doch auch etwas versteckt.  Vielleicht könnte man die Beschilderung in der Stadt für solche wichtigen Dinge einfach noch ausbauen/ bzw. an Frauen wie mich anpassen, um die Besucherzahlen nach oben zu ziehen…

Nach der Ausstellung bin ich – angefüllt wie immer – in den Museumsshop gegangen, um mir Karten zu kaufen. Nicht verstehen konnte ich, dass es generell nur 7 Postkarten zur Ausstellung zu kaufen gab – neben dem Katalog. Diese waren für meinen Geschmack leider etwas unspektakulär ausgewählt, so das ich seit langem keine Karte nach einer Ausstellung erworben habe. Sehr schade. Es gab so schöne Motive…. Ich frage mich: Gab es da einen besonderen Grund für? Bestimmte Rechte, die man beachten muss?

Noch ein Tipp: Wer diese Woche nicht ins Museum mag oder eher darauf steht, Werke aus unterschiedlichen Epochen zu sehen, ist mit der „festen“ Sammlung gut beraten. Das moderne Gebäude selbst hat einige Überraschungen zu bieten und die verschiedenen Werke von Klassikern bis zur zeitgenössischen Kunst sind in jedem Fall sehenswert, wie z.B. von Peter Paul Rubens, Max Klinger, Max Liebmann, Edvard Munch, Claude Monet, Caspar David Friedrich, Neo Rauch und viele viele andere.

Kontakt:

Museum der bildenden Künste Leipzig
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Telefon: 0341 – 216 99 0
Telefax: 0341 – 216 99 999
E-Mail: mdbk[at]leipzig.de
Internet: www.mdbk.de

Emil-Nolde-Ausstellung: bis einschließlich 18.06.2017

Öffnungszeiten:

Di, Do-Sa: 10-18 Uhr
Mi: 12-20 Uhr
Mo geschlossen

Eintrittspreise:

Eintritt zur Wechselausstellung: 8 € (ermässigt 5,50 €)
Sammlung 5 € (ermässigt 3,50 €)
Kombiticket: Sammlung/Wechselausstellung: 10 € (ermässigt 7€)
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr!
Am 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei.

 

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Ich hatte das Glück bei Hans Zimmer in Leipzig zum Live-Konzert gewesen zu sein. Vor dem Konzert hatte ich so einige Bekannte gefragt, ob sie den Namen kennen würden… „Nein“ war zumeist die Antwort, was mich erstaunte. Erst, als ich gesagt habe, dass dies ein großer deutscher Filmkomponist für Hollywoodfilme ist, der z.B. die Musik für „Fluch der Karibik“ geschrieben hat, kam häufig: „Ja, die Musik kenne ich“.

Hans Zimmer, der für so einige bekannte Filme die Musik komponiert hatte, bekam sogar einen Oscar für „König der Löwen“. Damit gehört er für mich irgendwie automatisch zu den Großen. Da er in Deutschland seine Kindheit verbracht hat, rutscht er für mich nochmal mehr in meinen Fokus. Heute lebt er in Los Angeles, quasi direkt am Arbeitsplatz. Dass er Konzerte gibt, damit hätte ich allerdings auch nicht gerechnet, insofern war ich gespannt, was mich erwartet.

Eine kleine Auswahl – Filmusik von Hans Zimmer

  • Batman
  • Besser gehts nicht
  • Da Vinci Code
  • Der kleine Prinz
  • Der schmale Grat
  • Fluch der Karibik
  • Gladiator
  • Ich – einfach unverbesserlich
  • Inception
  • Interstellar
  • König der Löwen
  • Madagaskar
  • Sherlock Holmes
  • Spider Man
  • Toys
  • Transformers
  • Tricks

…. mehr bei Wikipedia…

Vielfalt der Film-Musik im Konzert in Leipzig

Ein Film kann ja so viele verschiedene Momente inne haben: spannende, traurige, lustige, besinnliche und und und… Die zugehörige Filmmusik transportiert aus meiner Sicht diese Stimmungen am meisten: Wenn mir ein Film mal zu spannend ist, kann es schon mal vorkommen, dass ich den Ton ausstelle und den Film dann so weiter sehe… Gut – die Alternative wäre: Kissen-auf-die-Ohren-pressen, Kopf-unter-die-Decke-legen oder mal-schnell-auf-Toilette-gehen… 😎
Aber zurück zur Musik: Diese Vielfalt fand sich auch im Konzert von Hans Zimmer wieder: Die Besetzung bestand unter anderem aus Violinen, diversen Flöten, Schlagzeug, Trommeln, Konzertgitarre, E-Gitarren, elektronischem Chello, Xylophon. Dazu kamen Solosänger, ein Chor und diverse Synthesizer.

Das Konzert wirkte modern, rockig, poppig, elektronisch und ingesamt sehr üppig.
Hans Zimmer begann 20:15 Uhr und endete sage und schreibe 23:15 bei ca. 15 min Pause. Fast 3 Stunden! Unglaublich!! Ich war zwischendurch echt fertig. Wir saßen im Parkett im zweiten Block vor der Bühne und leider überlagerten sich bei uns die Basswellen. Der Bass hatte so eine Wucht, das mein Brustkorb vibrierte und ich nur hoffen konnte, dass mein Körper das aushält. Das war in der Tat grenzwertig. Zudem fand ich leider, dass beim Mix, ich weiß nicht, ob es an unserem Platz lag, die feinen Instrumente zu sehr in den Hintergrund geraten sind und das Schlagzeug und eben der Bass zu dominant waren.

Dennoch: In den 3 Stunden kamen so wunderbare Stücke, dass ich mal die Augen geschlossen hatte, mal mit Tränen dasaß oder mich mitwippend kaum auf dem Platz halten konnte. Die meiste Musik war sehr dynamisch und damit nichts für einen Sitzplatz. Ich fand es unpassend, nicht tanzen zu können und habe mich gefühlt, als werde ich mit Energie vollgepumpt, ohne sie ablassen zu können.

Die ganze Show und die Kompositionen waren trotz der musikalischen Ecken und Kanten sehr beeindruckend: Unglaublich, was dieser beinahe 60 jährige Mann da geschaffen hat und wie er den Laden live rockt. Seine Präsenz ist krass. Es fühlt sich ein bisschen an, wie zur Kulturarena in Jena, nicht wie in einer riesigen Veranstaltungshalle. Zimmer spricht noch relativ gut Deutsch und suchte am Abend mit seinen Anekdoten immer wieder den Kontakt zum Publikum. Dieses war wirklich bunt gemischt, von jungen Wilden mit zerrissenen Jeans in Turnschuhen (er komponiert auch Musik für Videospiele) über Damen in feinen Chiffonkleidchen und Absatzschuhen bis zum alten Herren im Anzug. Die Erwartungen an die Musik waren sicher genau wie die Gäste sehr verschieden.

Die Setlist / Die Songs

Ich habe die Setlist für das Konzert gefunden, welches er in Stockholm gegeben hat, und was in etwa auch dem Konzert in Leipzig entsprechen sollte. Auch wenn ich nicht 100% garantieren kann, dass es passt, möchte ich Euch die Gelegenheit geben, selbst nachzuforschen und nachzuhören…

Quelle:  http://www.setlist.fm/setlist/hans-zimmer/2017/ericsson-globe-stockholm-sweden-23e7e083.html

Setlist

from Miss Daisy, Sherlock Holmes and Madagascar
Driving / Discombobulate / Zoosters Breakout

Crimson Tide

Roll Tide

Angels & Demons
160 BPM

Gladiator
The Wheat
The Battle
Elysium
Now We Are Free

The Da Vinci Code

Chevaliers de Sangreal

The Lion King
Circle of Life (prelude)
This Land
King of Pride Rock / Circle of Life

Pirates of the Caribbean

Jack Sparrow
One Day
Up Is Down
He’s a Pirate

PAUSE

True Romance
You’re So Cool

Rain Main
Rain Man (Main Theme)

Man of Steel
What Are You Going to Do When You Are Not Saving the World?

Batman vs Superman: Dawn Of Justice
Is She With You? (Wonder Woman Theme)

The Thin Red Line
Journey to the Line

The Amazing Spider-Man 2
The Electro Suite

The Dark Knight Trilogy
Why So Serious?
Like a Dog Chasing Cars / Why Do We Fall? / Introduce a Little Anarchy
Bane Theme

Aurora
Aurora

Interstellar
Day One
Where We’re Going
No Time For Caution
Stay

Inception
Dream Is Collapsing
Mombasa
Time (Zugabe)

Meine Highlights

Die Geschmäcker sind ja verschieden. Zum Abschluss picke ich noch ein paar Songs des Konzertes raus, die ich besonders interessant fand. Das waren meist die ruhigeren Stücke. Das sehr rockige ist eher nicht so meins.

Die Zugabe „Time“ vom Film Inception:

Der Song ist mein Dauerohrwurm. Die erste Fassung entspricht etwa der Version in Leipzig, die nachfolgende Fassung ist die Filmvariante.

The Da Vinci Code „Chevaliers de Sangreal“

Dies war die Fassung aus dem Konzert in Leipzig.
Die reine Orchester-Variante finde ich auch wunderbar:

The Thin Red Line: „Journey to the Line“

Dieser Song war für mich gemeinsam mit der Videoanimation einfach grandios und am nachhaltigsten, was die Bilder anging. Sicherlich kommt das im Video nicht so hundertprozentig rüber, möchte ich aber dennoch zeigen.

Fluch der Karibik

Die Musik zu „Fluch der Karibik“ ist genau das, was ich meine… Filmmusik ist impulsiv, ganz passend zum Film… 

Die Ausstattung in der Leipzig Arena

Als Nachtrag sozusagen und für alle, die sich vor allem (auch) für die Location interessieren, noch ein paar Worte zur Arena in Leipzig. Ich war zum ersten Mal in der Leipzig Arena und einige Erfahrungen kann ich dazu teilen. Vielleicht nützt es euch ja was… denn schließlich gibt man einen Haufen Geld für so eine Karte aus (in meinem Fall war es ein Geschenk) und dann erwartet man nicht nur eine gute Show, sondern auch ein gutes Drumherum.

Also los gehts:
Zum Einlass standen wir ca 15min im Freien an und wurden natürlich kontrolliert. Selbst meine kleine Handtasche musste ich öffnen. Rucksäcke und große Handtaschen durfen nicht mitgenommen werden.

Laut Veranstalter darf man keine Getränke und Speisen mit rein nehmen, auch nicht für Babys. Draußen vor dem Einlass stand eine Grillbude mit Bratwürsten und Getränken. Leider habe ich keine Preise erfragt. Wir haben vorher die Straße abwärts etwas gegessen, wo es zig Optionen gibt (Chinese, Döner, Bäcker, Subway…). In der Halle selbst konnte man Brezeln kauften, wobei der Service auch durch die Reihen lief. Die Getränke-Versorgung war pragmatisch: Alle 0,4l-Getränke haben 3,50€ gekostet (Wasser, Cola etc) zzgl. 0,50€ Pfand. Es gab sehr viele Verkaufsstellen. Mein Getränk – ein Wasser – leider nur mit Sprudel… bekam ich übrigens ohne Anstehen vor dem Konzert. Ich bin allerdings auch erst 20:00 spontan zu einem Verkaufsstand gegangen, als die Ankündigung kam, dass es erst 20:15 los gehen würde. Am Ende haben viele Gäste ihre Becher stehen lassen. Da ich gern noch einen Moment sitzen bleibe, habe ich ein paar Becher bei uns in der Reihe eingesammelt und erstaunlicher weise nur kurz bei der Abgabe angestanden.

Die Bestuhlung in den Rängen war aus einfachem Plastik, wie im Stadion. Unten im Parkett hatten sie Konferenz-Stühle aus Holz mit dünnem Polster aufgestellt, die auch etwas angemessener aussahen. Ich habe die ganze Zeit doch gut auf solch einem Platz im Parkett überstanden, ohne das Gefühl zu bekommen, nicht mehr sitzen zu können. Die Anordnung in den Seiten-Rängen war dagegen quer zur Bühne. Alle, die dort saßen, mussten also die ganze Zeit den Kopf zur Seite drehen, was ich echt ungünstig finde.

Bei der Toilette hatte ich Glück. Vor dem Konzert und dazwischen in der Pause standen sie in langen Schlangen an. Nach dem Konzert wollten wohl alle nach Hause, denn ich kam sofort rein.

Die Luft in der Halle war sehr warm und zeitweise stickig. Ich hatte sofort „alles“ ausgezogen, selbst mein Bolerojäckchen, obwohl ich eher zur Fraktion gehöre, die es nicht warm genug haben kann. Zeitweise war es luftmässig an der Kante und aus meiner Sicht hätte die Lüftung mal auf die Tube drücken können. In der Summe ging es aber gut.

Die Garderobe war sehr leer und kostete 2€ extra, habe ich aber nicht genutzt.

Mein Fazit zum Veranstaltungsort: Die Halle ist insgesamt gut organisiert, wenn auch nicht optimal. Ich kann mir vorstellen, nochmal zu einem Konzert dorthin zu gehen, bevorzuge aber eher die persönlicheren kleineren Konzerte zur Kulturarena.

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Du und ich

Ich stand am Zug und sah dich gehen
Nun halt ich deine Hand
Hab mich gesehnt dir zu begegnen
Der Traum ist Gegenstand

Wer hätt gedacht, an diesem Tag
Wie wir uns mal begegnen
Nicht nur ganz kurz – sondern sogar –
Für ein ganzes Leben

So steh ich hier und seh dich an
Und weiß nicht, wie ich’s sagen kann
Wie find ich Worte für all das
Was dich und mich umfasst?

Ein Schatz so groß – so reich beschenkt
Vom Schicksal gut bedacht
Ist eine Lust, die uns hier lenkt
Vom Tag bis in die Nacht

Es macht mich glücklich
Dir zu sagen, dass ich dich liebe
Ob mit Lachen oder Tränen
Wir haben uns – des Lebens Wiege

(Mai 2017)

 
Das Gedicht habe ich für eine meiner besten Freundinnen zur Hochzeit geschrieben. Ich hatte mir während der Vorbereitung zur Hochzeit überlegt, wie es sich wohl anfühlt, wenn man bei den vielen Eindrücken kleine Momente der Ruhe hat, in denen man in sich gekehrt ist und eigentlich nur denkt: Wow, was passiert hier gerade…?
In der Metrik hat das Gedicht einen kleinen Bruch, der aber beim Vortragen für mich mit der bestimmten Betonung dennoch stimmig ist.

Dass ich das Gedicht bei der Feier vor allen Gästen vortragen durfte (und mich getraut habe) und dass die Braut vor Rührung Tränen in den Augen hatte, hat mich sehr bewegt.
Es zeigt mir mal wieder mehr: Manchmal muss man einfach nur machen, selbst wenn es nicht ganz rund ist, und es passieren Dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte.

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Die Sonne trifft mich grad‘ ins Herz
Vorbei die kühlen Tage
Ich lass zurück den Winterschmerz
Und will nun Neues wagen

Gelbe Blüten, grüne Hecken
Nun erwacht das Leben
In mir tiefe Freude weckt
All das bunte Regen

Schmetterlinge ziehen vorbei
Es sind die ihrer ersten
Im Fenster schon ein Osterei
Singen, lachen, scherzen

Den Mantel lass ich liegen
Brauche ihn nicht mehr
Sanft möchte ich mich wiegen
Im Duft vom Blütenmeer

Das Warten hat ein Ende
Nun hab‘ ich es geschafft
Ich hebe meine Hände
Und spüre neue Kraft

(27.3.2017)

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