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Archive for the ‘kunstdasein’ Category

Du und ich

Ich stand am Zug und sah dich gehen
Nun halt ich deine Hand
Hab mich gesehnt dir zu begegnen
Der Traum ist Gegenstand

Wer hätt gedacht, an diesem Tag
Wie wir uns mal begegnen
Nicht nur ganz kurz – sondern sogar –
Für ein ganzes Leben

So steh ich hier und seh dich an
Und weiß nicht, wie ich’s sagen kann
Wie find ich Worte für all das
Was dich und mich umfasst?

Ein Schatz so groß – so reich beschenkt
Vom Schicksal gut bedacht
Ist eine Lust, die uns hier lenkt
Vom Tag bis in die Nacht

Es macht mich glücklich
Dir zu sagen, dass ich dich liebe
Ob mit Lachen oder Tränen
Wir haben uns – des Lebens Wiege

(Mai 2017)

 
Das Gedicht habe ich für eine meiner besten Freundinnen zur Hochzeit geschrieben. Ich hatte mir während der Vorbereitung zur Hochzeit überlegt, wie es sich wohl anfühlt, wenn man bei den vielen Eindrücken kleine Momente der Ruhe hat, in denen man in sich gekehrt ist und eigentlich nur denkt: Wow, was passiert hier gerade…?
In der Metrik hat das Gedicht einen kleinen Bruch, der aber beim Vortragen für mich mit der bestimmten Betonung dennoch stimmig ist.

Dass ich das Gedicht bei der Feier vor allen Gästen vortragen durfte (und mich getraut habe) und dass die Braut vor Rührung Tränen in den Augen hatte, hat mich sehr bewegt.
Es zeigt mir mal wieder mehr: Manchmal muss man einfach nur machen, selbst wenn es nicht ganz rund ist, und es passieren Dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte.

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Die Sonne trifft mich grad‘ ins Herz
Vorbei die kühlen Tage
Ich lass zurück den Winterschmerz
Und will nun Neues wagen

Gelbe Blüten, grüne Hecken
Nun erwacht das Leben
In mir tiefe Freude weckt
All das bunte Regen

Schmetterlinge ziehen vorbei
Es sind die ihrer ersten
Im Fenster schon ein Osterei
Singen, lachen, scherzen

Den Mantel lass ich liegen
Brauche ihn nicht mehr
Sanft möchte ich mich wiegen
Im Duft vom Blütenmeer

Das Warten hat ein Ende
Nun hab‘ ich es geschafft
Ich hebe meine Hände
Und spüre neue Kraft

(27.3.2017)

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Manche Dinge wirken so sehr und manchmal erschließen sich Details erst im Nachgang.

Johanna Borchert kannte ich nicht. Mir war zunächst nur dieses eindringliche Foto auf ihrem Plakat aufgefallen mit einer Präsenz, wie ich es selten empfinde. Beworben wurde ihr Konzert mit der Jenaer Philharmonie „Symphonic Songs & Sounds- Eine jazz-poetische Klangreise durch sinfonische Welten“. Sowieso derzeit von der Philharmonie angetriggert, googelte ich also irgendwann und fand ihre Songs und ein paar grobe Informationen…

Johanna Borchert 

1983 in Berlin geboren. Jazz-Echo 2015! Studierte Jazzklavier und Komposition in Berlin. Wow. Lebt in Berlin und Kopenhagen.

Und die Musik, die Videos? Die synthetischen Sounds mit Klavier und ihre klare besondere Stimme haben es mir angetan. So war ich relativ spontan beim gestrigen Konzert.

Die Konzertidee: Borcherts Jazz trifft das Orchester 

Was mir noch vor und während des Konzerts nicht klar war: Johanna Borchert hat ein halbes Jahr für dieses Orchester die Noten selbst geschrieben und wie sie selbst meint: ihr Vermögen darin investiert. Klar, diese Zeit muss man sich leisten können. Und es war ihr Traum. Ich fürchte diese große Bedeutung und den Umfang ihrer Schaffenskunst war vermutlich so etlichen Personen, auch anderen Gästen, nicht bewusst. Umso bedauerlicher war es, dass das Konzert nicht komplett ausverkauft war.

Das Konzert – Ausflug in eine andere Welt

Das Konzert begann mit einer disharmonischen Klavierkomposition, die mich wirklich Überwindung gekostet hat, auf dem Platz sitzen zu bleiben  – scheinbar fehlt mir da ein Gen: Für mich war das eher unangenehm. Dann ging die Reise richtig los. Und ja: Ich bin kein Jazzfan und schon gar kein Kenner und so kostete es mich an so einigen Stellen Überwindung, mich auf diese Art ihrer Geschichten einzulassen. Geholfen hätten mir dafür vermutlich Visualisierungen, die es leider nicht gab (Ihre Videos schaffen sehr gut, die Stimmung als Geschichte zu erzählen.). Aber nun war ich da, hatte eine teure Karte erworben und wollte es versuchen. An den meisten Stellen habe ich dann daher die Augen geschlossen, da der unmittelbare Fokus auf das Orchester mir den Blick in meine Phantasie versperrte: Und siehe: Das Musikerlebnis wurde mehr und mehr beeindruckend, ganz anders und war im wahrsten Sinne eine Klangreise. Schon krass, welche Töne die Instrumente  hervorzubringen vermögen.

Am allerbesten, wertvollsten und nachhaltigsten für mich waren jedoch die  vielen Momente, in denen die Melodien sein durften und die disharmonischen Töne ablösten. Der Raum ging dann regelrecht auf, wenn das Orchester seine Hymnen spielte und von dem klaren Gesang Johanna Borcherts eingebettet wurde. Wunderbar! Und ich wünschte, ich könnte nochmal und nochmal eintauchen in diese Welt der Musik.

Das Danach

Am Ende konnte ich wie nach einem bewegenden Film im Kino einfach nicht gleich gehen und blieb lange sitzen. Es wirkte nach. Und das tut es noch immer, 24 Stunden später. Und das, obwohl diese anderen Momente waren, in denen ich nicht klar kam. Ich frage mich gerade, ob es diese unharmonischen Teile braucht, um den Kontrast und diese Höhepunkte zu erzeugen?

Jetzt ist mir jedenfalls erst bewusst, dass ich Teil sein durfte von etwas ganz Besonderem, was es vielleicht nicht nochmal geben wird.

Ich danke daher Johanna Borchert und der Philharmonie für diese Idee, diese Möglichkeit und den besonderen Abend!

Weitere Informationen:

http://johannaborchert.de

http://www.jenaer-philharmonie.de

https://www.facebook.com/events/1829622877304447/

Toll bei aller Verschiedenheit finde ich diese Songs:


„We are fucking funny things“ –  Der Refrain von lightyears bleibt irgendwie hängen und habe ich seitdem als Ohrwurm im Kopf.

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„Frühling“ (Acryl auf Papier, 2017)

Frühling

Oh wie sehn‘ ich mich
Warmer Sonnenstrahl in meinem Gesicht
Feine Blätter, frisch geboren
Sanftes Grün umgebet mich

Vögel zwitschern wie im Chor
Und die ersten Blüten
Duft und Farbe mich betören
Kannst mich nie betrüben

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Das Leben

Es ist…

Wild und laut und schäumend wie das offene Meer.

Betörend, wie der duftende Rosenbusch und sanft wie eine Wiese, durch die sacht der Wind weht.

Rauh wie die kahlen Berge, die nur schwer zu erklimmen sind.

Wie ein grüner Wald mit starken Wipfeln und schwebendem Laub, der so kraftvoll und doch so zart ist.

Leuchtend wie die aufgehende Sonne am Horizont und 

Fröhlich wie tanzende Schmetterlinge zum Mittagsband.

…  

Sanft legt sich das Abendlicht über die Landschaft und deckt sie zu. 

Ein Leben findet sein Ende. Und schwebt ganz leicht zum Himmel empor.

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Ich bin ja eher der Wintermuffel und hoffe jedes Jahr, so halbwegs gut durch die dunkle Jahreszeit zu kommen. Kleine Highlights helfen mir dabei (…später vor allem wöchentliche Frühlingsblumen). Heute habe ich mir ein schönes Event organisiert: Ich gehe am 3.3. in die Jenaer Philharmonie zum klassischen Konzert. Der Titel ist „alte und neue Welten“, es wird unter anderem Dvořák gespielt und ich kann es kaum noch abwarten. Klassik höre ich einfach auch gern mal.

Nicht ganz so konventionell: Das Babykonzert

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lockeres Ambiente beim Babykonzert


Zuletzt war ich mit dem Jüngsten beim „Babykonzert„. Das ist wirklich so krass wie es klingt, also ein Konzert ab 0 Jahren und umfasst ca. 45min mit einigen „leichteren“ klassischen Stücken.
Das Konzert ist so arrangiert, dass es bereits 16:00 Uhr beginnt, die Musiker in ihrer normalen Alltagskleidung kommen und man selbst, so wie man ist, dort hingeht. Die Sitzreihen sind gelichtet und an vielen Stellen werden Matten auslegt, wo die Kinder spielen können.

Teilweise gelichtete Stuhlreihen beim Babykonzert


Zudem ist rumlaufen während des Konzertes erlaubt. Es steht also immer eine Traube von Eltern mit ihren Kindern auf dem Arm in der 1. Reihe, um die Instrumente aus nächster Nähe zu begutachten. Andere Eltern stehen mit dem Baby oder Kleinkind in der Babytrage mitten im Raum, natürlich mitwippend. Ingesamt ist es also auch laut, weil die Eltern sich unterhalten oder man den eigenen Kindern die Instrumente erklärt. Irgendwie ist das alles speziell und schlichtweg anders und so gar nicht klassisch. Trotzdem oder gerade deswegen: Es ist eine Möglichkeit als Mama (besonders als stillende) einfach mal wieder in ein Konzert ohne große Planung zu gehen und es ist eine Möglichkeit, um auch den Kleinsten ein Gefühl für ein Orchester bzw. die klassische Musik zu geben. Beim ersten Babykonzert hatte sich mein Sohn übrigens die meiste Zeit die Ohren zugehalten, also auch damit muss man rechnen. 😊

Ganz klassisch…  für die Großen

Nun, nach dem letzten Mal im Herbst letzten Jahres, war ich dann soweit, dass ich eben doch mal wieder ohne Kind an den Start gehen wollte und freue mich nun auf 2 Stunden „gefüllte Ruhe“ beim Konzert für die erwachsen gewordenen Kinder mit Strawinksy, Dvořák und Barber. Gewissermaßen hat die Werbung also gefruchtet. 👍

Karten kaufen…

Einige Karten für dieses abendliche Konzert am 3.3.2017 (19:30 Uhr) in der Jenaer Philharmonie gibt es derzeit noch zu kaufen. Die Karten kosten je nach Sitzplatz zwischen 23€ und 28€, zzgl. Gebühren. 

Das nächste Babykonzert findet dagegen zum Rosenmontag, am 27.2.2017 statt. Erwachsene zahlen 9€, Kinder bis 12 Jahren sind frei.

Veranstaltungsort ist jeweils das Volkshaus in Jena.

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Ich schrieb über meinen Plan, ein Weihnachtsgedicht vorzutragen. Eichendorff und/oder Loriot waren in meine nähere Auswahl gelangt. 

Nun sind beide Gedichte Weihnachtsfeier-erprobt: Loriot bei der Feier auf Arbeit und Eichendorff bei einer größeren Privatfeier.

Mein Resümee?

Mein ganz klarer Favorit ist Eichendorff.

Eichendorff hinterließ auf der privaten Feier ein positives Gefühl, ich bekam mehrere „Dankeschöns“ für das schöne Gedicht und positives Feedback für meinen Vortrag.
Zwar gab es bei Loriot zwischendurch auch diverse Lacher, aber das morbide Gefühl am Ende trübt aus meiner Sicht die Stimmung bzw. macht sie nicht besser. Sicher ist das Setting im Arbeitsumfeld auch distanzierter und ich bin vielleicht weniger entspannt als im privaten Umfeld, aber dennoch denke ich, dass man nicht von „schön“ reden kann oder vom Gefühl der Bereicherung. Ich denke, wenn es gut angekommen wäre, wäre auch eine entsprechende Rückmeldung gekommen. Es ist eben krass und düster.

Ob aber Eichendorff für die Arbeitswelt tauglich ist? Ich bezweifle es, auch wenn ichs gern einfach mal ausprobieren möchte und vielleicht auch werde. Ich glaube, der Einsatz setzt eine gewisse positive Grundhaltung des Publikums Weihnachten gegenüber voraus und ein Setting des Innehaltens.

Wie auch immer: Für mich ist die romantische Version MEIN Gedicht. Ich kann mich dort viel mehr einfühlen als in die Schauersituation.

Einfühlungsvermögen und Schauspielkunst entscheiden

In der Art des Vortragens liegt demnach ein wichtiger Schlüssel: Wie emphatisch schauspielernd kann ich das eine oder andere Gedicht vortragen? Ist es nicht wie ein Kleidungsstück, dass zum Träger passen muss, damit dieser nicht verkleidet wirkt? Ja. So würde ich es für mich zusammenfassen: Finde das Gedicht, das zu dir am besten passt und welches du authentisch rezitieren kannst. Alles andere ist nur der Blick von dir weg. Mache, was dir gefällt und prüfe aber genau, ob der Rahmen das hergibt, aber verstelle dich nicht!
Und meine persönliche Erkenntnis?

Ich bin ein Romantiker und fürchte, ich lebe das real noch viel zu wenig aus. 😊

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