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Archive for Juli 2017

JENA. 20.07.2017

Kulturarena. Ausverkauft. Meute. Techno. Unplugged. Blasmusik. Frische Luft. Warm. Trocken. Tropenähnlich. Dauertanzen. Party. Lachen. Klatschnassgeschwitzt. Glücklich. Strahlen. Zugabe. Mittendrin. Pfeifen. Hoffnung. Applaus. Ende. Restenergie. Süchtig. 

Ausverkauft – Anstehen beim Einlass


Meute: Blasmusik und Techno vereint


Leider zu früh vorbei


Party auf der Straße vor der Kulturarena

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meine CD… mit Gebrauchsspuren…

Ich höre gerade mal wieder das Album „una mattina“ von Ludovico Einaudi und merke, dass ich das Euch sehr ans Herz legen möchte.

Wirklich sehr selten kaufe ich mir eine ganze „Platte“ (für die jüngere Generation: das sind große schwarze Scheiben, wo Musik drauf ist 😉). Aber diese habe ich schon seit „Ziemlich beste Freunde“ und habe die Investition nie bereut, da sie immer mal läuft, wenn ruhige Momente dran sind… Allerdings wird sie selten direkt von CD, sondern meist vom Handy mit der Bluetooth-Box oder mit Kopfhörern angehört.

Selbst Straßenmusiker haben inzwischen Einaudi im Programm, wie Christian Pommnitz (buchbar über „zart und zornig“), der immer mal mit seinem portablen Flügel – auch in Erfurt und Jena – unterwegs ist… Als ich letztens in Erfurt war, stand er ebenfalls vor der Krämerbrücke und ich hatte mir – passenderweise –  „una mattina“ gewünscht….

Nochmal eine andere Klasse ist natürlich Einaudi selbst, der soviel Gefühl in jeden Anschlag legt, dass ich Gänsehaut bekomme. Wirklich gern wäre ich dieses Jahr zu einem seiner Konzerte gegangen. Dafür war ich bei Hans Zimmer… alles geht eben auch nicht… hm… trotzdem echt schade.

Mir gefällt jedenfalls fast jeder Song und kann das auch gut nebenbei hören.

Sein bekanntestes Stück ist natürlich „Una Mattina“ selbst.

Ich mag auch sehr: „Ora“


…und „Ancora“:


… sowie „Divenire“, welcher fast mein liebster Song ist, allerdings von einem anderen Album…

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Der Start in die Kulturarena-Saison hat begonnen: Gestern Abend war ich bei „Judith“ (von Friedrich Hebbel) zum Eröffnungs-Theater der Kulturarena… (…gerade erst schrieb ich einen Beitrag zu diesem wunderbaren 8-wöchigen Sommer-Theater-Kino-Konzert-Ereignis in Jena…)

Erste Aktionen vor Beginn

Es war angenehm warm draußen und die Stimmung in der Stadt entspannt. Um einen Sitzplatz zu reservieren, war ich zeitig da und hatte genug Zeit, um das Treiben zu beobachten, mit Nachbarn zu quatschen und so hin und wieder in mich hinein zu schmunzeln…

Bereits vor Beginn des Stückes kamen die ersten Statisten auf die Bühne und es ging zur Sache. Einige waren als Soldaten verkleidet und standen provokativ vor dem Publikum. Wenig später wurde gespielt, wie eine Frau auf der Bühne verprügelt und diese unter ihrem Schreien in eine Ecke gebracht wurde… unerwartet an diesem lauen Sommerabend. Es war krass und irgendwie nicht ganz so, wie ich mir einen unterhaltsamen entspannten Abend vorgestellt hatte, den ich gerade dringend brauchte. Ich war also, bevor es überhaupt losging, wirklich im Zweifel, ob ich mir gerade mit dem Abendprogramm einen Gefallen getan hatte.

Hohe Aktivität bereits 10min vor Beginn des Stückes

Auch die letzten Jahre wurde immer schon vor Beginn gespielt, manchmal auch unter Einbezug der Theatergäste. Ich finde das generell gut…denn auf jeden Fall verkürzt es die Wartezeit….

Der Inhalt des Stückes

Ja, das Thema ist schwer: Glaube, Krieg, Hass, Hunger und Elend spielten die Hauptrollen und so passt das Thema sicher auch in die aktuelle Syrien-Thematik. Letzten Endes zeigte das Stück aber auch, dass selbst der größte Tyrann (Holofernes) ein Mensch mit sexueller Begierde ist und wie Judith aus dem gegnerischen Lager ihre weiblichen Waffen einsetzte, um ihn damit zur Strecke zu bringen.

Weitere Infos könnt ihr dem Flyer entnehmen:


Namensträger für Judith Holofernes

Wer aufmerksam gelesen hat, hat es vielleicht schon bemerkt: Das Stück war für den Künstlernamen der Frontsängerin „Judith Holofernes“ von „Wir sind Helden“ der Ideengeber. Judith Holofernes, die dieses Jahr selbst am vorletzten Tag der Kulturarena auftritt, dürfte es sicher freuen, dass genau dieses Stück aufgeführt wird.

Stimmung und Wirkung des Abends

Der Abend war mal nicht ausverkauft, wie ich es sonst eher gewohnt bin, was vermutlich an der hohen Konkurrenz zum Folkfestival in Rudolstadt gelegen hat, aber vielleicht auch an dem schweren Thema per se. Dafür gab es gut Platz in den Sitzreihen.

Gewundert hat mich, dass die Akustik so schlecht war. Ich saß im Rang, vierte Reihe und hatte vor allem zu Beginn Mühe die Schauspieler zu verstehen. Überhaupt fand ich den Start alles andere als gelungen. Zu lange brauchte ich, bis klar war, wer gerade von den Massen spricht, die gleichzeitig auf der Bühne waren. Ansonsten fand ich es kurzweilig, während meine Begleitung lieber geschlafen hätte…  Ob das die Regie, Moritz Schönecker, so geplant hat…?

Am besten – und wirklich richtig gut – fand ich die musikalische Untermalung, die live von einer kleiner Band und einer Sängerin (Raphaëlle Brochet) mit einer wunderbaren eindringlichen Stimme zum besten gegeben wurde. Zwar wiederholten sich die Motive der Stücke, waren aber aus meiner Sicht passend und gaben der Szenerie einen orientalischen und klagenden Charakter.

Die Schauspieler kamen dagegen durch die mangelnde Akustik für mich nicht so gut zur Geltung, es fehlte mir an Präsenz. Das Gefühl, das man irgendwann selbst TEIL der Bühne ist, stellte sich nicht wirklich ein, obwohl das Bühnenbild toll war. Hier ist sicherlich Spielraum nach oben  – da habe ich schon bessere Aufführungen an dieser Stelle erlebt, auch wenns viele gute Szenen gab.

… Teil der Eröffnungsszene

das Bühnenbild war echt gut gemacht

…rechts in dem Glaskasten saß die Band einschließlich der Sängerin

  

Trotz Kritik, fand ich es dennoch kurzweilig und hatte noch einen unterhaltsamen Abend. 

….Jetzt bin ich schon freudig gespannt auf das erste Konzert… 😊 

Zum Programm und Ticketkauf der Kulturarena

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Jedes Jahr aufs Neue: Erst wenn die Kulturarena in Jena beginnt, habe ich das Gefühl, dass jetzt „richtig“ Sommer ist.

Klar, mein erster Sonnenbrand ist (leider) schon durch… aber dennoch… das Flair bei den gemütlichen Freihlichtkonzerten, oder beim Theater/Kino an frischer Luft über einen Zeitraum von ca. 2 Monaten ist für mich einfach DER Inbegriff von Sommer und mein Highlight des Jahres.

Zur Eröffnung: Theater in der Innenstadt / Klassische Musik in Lobeda

Jetzt höre ich bei offenem Fenster die Sommer weisenden Grillen zirpen und bin gespannt, wie das aktuelle Theaterstück „Judith“ arrangiert ist, das heute den Part inmitten der Jenaer Innenstadt eröffnet und noch die nächsten beiden Abende aufgeführt werden wird.

Durchaus werden Besucher in die Theatervorstellung mit einbezogen und es ist immer ein Augenzwinkern, aber auch ein kritischer Zeigefinger zu spüren. In jedem Fall hatte ich, wenn ich bei einer der Vorführungen dabei war, immer meinen „Spaß“ gehabt.

Die offizielle Eröffnung der Kulturarena findet indes in Lobeda statt, mit der ArenaOuvertüre, aufgeführt von der Jenaer Philharmonie.

Vetrauter Rahmen

Das Besondere der Kulturarena lässt sich nicht so knapp beschreiben: Nur ca. 3000 Gäste umfasst die „Arena“ bei einem ausverkauften Konzert und ist damit eine eher kleinere Runde. So manch einer der Gäste ist rechtzeitig, bis zu einer Stunde vor Beginn, eingetroffen, um sich einen der begehrten Plätze auf den Rängen zu suchen, etwas zum Trinken und vielleicht auch etwas Leckeres zum Essen zu kaufen, eine Runde zu schnattern und in Ruhe anzukommen. Es hat in jedem Fall ein bisschen was von einem Volksfest: Wer in Jena (viel) unterwegs ist – wird auch immer jemanden treffen, auch wenn er es zu vermeiden versucht. Sehen und gesehen werden ist die Devise…. Jena zählt, was das angeht, quasi als Dorf, auch wenn es sich mit seinen 100.000 Einwohnern tatsächlich Großstadt nennen darf (was aus meiner Sicht aber NICHT GANZ dem Charakter der Stadt entspricht)….

Die musikalischen Künstler

Das Besondere der Kulturarena ist weiterhin, dass immer auch bekanntere Künstler am Start sind, die hier also in einem viel kleineren persönlicheren Setting auftreten. Dazu gesellen sich ausländische Acts, die (beinahe nur) in ihrem Land einen Namen haben und aber auch Künstler, die vielleicht erst am Anfang ihrer Karriere stehen und noch so „frisch“ sind.

Dabei waren schon: Buena Vista Social Club, Thomas D, Max Herre, Clueso, Sinead o Connor, Götz Alzmann, Reinhald Grebe, Yann Tiersen, Wir sind Helden, Element of Crime, Bosse, Apocalyptica, Talisco, Sophie Hunger, Luoane, Hubert von Goisern, Gregor Meyle, Annemeykantereit, Chilly Gonzales, Tim Bendzko und viele viele mehr….

Dieses Jahr treten auf: Elbow (29 €), Meute  (12 €), the Notwist (19 €), Gregory Porter (29 € – ausverkauft), Judith Holofernes (16 €) und natürlich viele weitere.

Wirklich besucherfreundlich finde ich, dass durch die Förderung der Stadt und diverser Sponsoren die Karten deutlich günstiger sind, als bei manch anderen Events….und es gibt sogar einen Studentenrabatt… durchaus sinnvoll, denn Jena ist ja mit 25.000 Studenten eine echte Studentenstadt…

„Kulturfest“ rund um die Arena

Die Grundatmosphäre ist jedenfalls entspannt und völlig anders, als was man so von Großveranstaltungen her kennt. DANACH bleiben viele einfach noch und lassen den Abend nachklingen …stehend oder zuweilen auch direkt auf dem Boden vor der Bühne sitzend, quatschtend. Die Gastronomie hat sich darauf eingestellt und ist auch noch ein Weilchen geöffnet… und manchmal kommen die Künstler einfach auch direkt noch dazu. Ich habe mich selbst auch schon ertappt, dass ich danach ein Selfie mit dem Künstler gemacht habe… hatte sich irgendwie ergeben…

Es gibt aber auch viele Begeisterte,  die keine Karte haben (wollten) und es sich an an den jeweiligen Konzertabenden mit Decken, Klappstühlen und sonst was für Accessoires mitten auf dem Gehweg an der Durchgangsstraße vor der Hauptpost bequem machen und den Platz vor der Kulturarena weitläufig bevölken: Es ist also Partystimmung angesagt, egal ob Drinnen (was ja eigentlich Draußen ist) oder eben (richtig) Draußen.

Kino zur Arena

Das Kino am Sommerabend hat ebenfalls eine eigene Stimmung, wenn so nach und nach der Himmel ins Schwarz taucht, ein sanftes Gemurmel und die Geräusche der Stadt den Film unterstreichen sowie sich langsam die Abendkühle dazu gesellt.

Schade finde ich, dass der Start mit 21:30 Uhr für unter-der-Woche etwas spät ist, aber geht ja auch nicht anders… irgendwie muss es ja erstmal dunkel  werden…

Dieses Jahr sind mir die folgenden beiden Filme sofort aufgefallen:

  • „Ein ganzes halbes Jahr“: Das Buch – ein klassischer Frauenroman – habe ich mit Tränen in den Augen am Ende mental zugeklappt (es war ein eBook) und
  • „Kundschafter des Friedens“: Wer ihn noch nicht gesehen hat – der Film ist sehr unterhaltsam, leicht und lustig, insbesondere für Alle, die mit der DDR noch etwas anfangen können.

Nun kann es also losgehen: Eine erste Konzertkarte habe ich mir schon gekauft… und freue mich sehr auf einen durchtanzten Abend…. und es wird sicher nicht der einzige sein…

….vielleicht schaue ich vorher auch noch bei „Judith“ vorbei…

Zum Programm der Kulturarena in Jena 2017

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Nach „No roots“ von Alice Merton nun seit längerem der nächste Ohrwurm… der Popsong lief einmal im Radio und ich bin drauf hängen geblieben… 😊

XX „I dare you“.

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Bei einem Bandauftritt hatte ich mal den Song „Wir sind frei“ von Blumfeld kennengelernt. Den Song habe ich gerade wieder entdeckt: Er lässt sich relativ leicht singen und mit der Gitarre begleiten, ist also ideal um mal wieder etwas zu üben… Und vor allem hat er aus meiner Sicht auch eine schöne Message.

Wir sind frei – ein selbstbestimmtes Leben

Die Aussage des Songs ist für mich einfach ausgedrückt, dass jeder von uns selbst bestimmt, wie und was er tun möchte, im Sinne des freien Willens. Zwar gibt es einen notwendigen Rahmen, aber auch den wählt man aktiv, sei es der Job oder die Familie und damit ergeben sich dann Möglichkeiten, Regeln, Grenzen. Aber auf die verständigt man sich – es gibt keinen, der hinter uns steht und sagt, „Du musst“. Sicher, wir „müssen“ auf Arbeit, „müssen“ die Wohnung sauber machen etc. Aber auch das ist genau genommen eine  Entscheidung aus uns heraus. Eigentlich müssten wir sagen: Wir WOLLEN arbeiten, weil wir nicht von HartzIV leben wollen oder nicht verhungern wollen. Wir möchten die Wohnung ordentlich haben und dazu gehört, gewisse Dinge zu tun. Wir könnten auch sagen: Ich bevorzuge Chaos… oder ich gehe nicht arbeiten…

Das heißt… Banal ausgedrückt ist die logische Abfolge: Wir möchten zunächst etwas und wenn wir das wollen, entscheiden wir uns im nächsten Schritt, etwas dafür zu tun (tun zu „müssen“).

Damit sind wir für unser Leben selbst verantwortlich, nicht die Gesellschaft, unsere Freunde, Eltern, Familie…

Nur wir selbst geben uns den Weg vor. Und mit allem, was wir tun oder lassen – hier kommt es – müssen wir aber auch die Konsequenzen tragen.

Gegen oder zusätzlich zu dieser Philosophie steht die Aussage einiger Hirnforscher, die unseren Grad der bewussten Entscheidungsfähigkeit auf einer ganz anderen Ebene in Frage stellen.

Hirnforscher: Der freie Wille ist eine Illusion

Einige Hirnforscher, wie z.B. Gerhard Roth, würden jetzt folgende Ebene anbringen: Es gibt eh keinen freien Willen!

Die sehr einfache Erklärung: Bei Gehirnscans haben Forscher festgestellt, dass genau DIE Gehirnreale, die anzeigen, was wir tun werden, bereits um die 350-400 Millisekunden früher aktiv sind, bevor wir uns überhaupt dafür entschieden haben (Quelle/Zum Weiterlesen: Der Tagesspiegel).

Das heißt also, das Gehirn hat schon etwas auf den Weg gebracht und wir wissen noch nicht davon…

Mich fasziniert diese Vorstellung und gleichzeitig empfinde ich diese als nur schwer annehmbar. Schließlich möchte mein Ego lieber gepampert werden und selbst der Chef im Ring sein…

Ein interessanten Dokumentation mit dem Titel „Illusion der Freiheit“ brachte das ZDF 2006, bei dem auch Gerhard Roth zur Wort kam:

 

Spannend fand ich bei dem Beitrag auch die Aussage, wie nah Traum und Realität in der Wahrnehmung beieinander liegen. Zum Thema Traum und Verzerrung der Wirklichkeit gab es ja auch den Science-Fiction-Film „Inception“ (Zum Trailer).

Neuere Forschungen (veröffentlich in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“ 2016) greifen das oben genannte Experiment auf und wollen dies anders interpretiert sehen, nämlich dass die genannte frühere Aktivierung (um ca. 400msek.) im Gehirn lediglich die Wahl zur Entscheidung unterstützen  würde. Weiterlesen kann man dies im Artikel  „Warum unser Wille freier ist als gedacht“ bei Scinexx.

Mein Fazit:

Auch, falls es stimmt, dass mein Gehirn eigentlich mein Programm geschrieben hat und mich danach leben lässt, finde ich, sollte  ich mich in jedem Fall frei FÜHLEN. Und dazu gehört aus meiner Sicht, sich von scheinbaren Zwängen zu befreien, sowohl von unserer Gesellschaft, als auch im Kleinen der Zwänge von Familie, Bekannten etc. Denn am Ende lebt man ja sein eigenes Leben bzw. kann das eigene Leben so leben, wie man es selbst für richtig hält, auch wenn man vielleicht gegen Konventionen stößt. Nur gehört dazu eben auch zu akzeptieren, dass dann vielleicht manche Puzzleteile nicht mehr passen.

Noch einige Worte zu Blumfeld

Blumfeld hat einige tiefer gehende Song herausgebracht, die anregen zu verschiedenen Themen nachzudenken oder Mutmacher sind, wie zum Beispiel „Ein neuer Morgen“. Die Band um den kreativen Kopf und Songwriter Jochen Distelmeyer hatte sich allerdings nach 17 Jahren Bestehen bereits 2007 aufgelöst. Distelmeyer ist seitdem solo unterwegs.

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