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Archive for April 2017

Es ist schon spät am Morgen und ich habe den letzten freien Tisch zum Frühstück ergattert – eingedeckt für vier. Ich bin allein und bleibe es zum Essen auch. Erleichtert, nicht warten zu müssen und im Gefühl des Ankommens versunken. Wo bin ich hier gelandet? Quedlinburg. Best Western. Ist das nun „best“ oder „Western“? Keines scheint zuzutreffen. Dennoch habe ich sehr gut geschlafen. Die Matratzen waren top – die halbe Miete.

Ich sitze auf einer Bank, wirklich bequem, hinterste Ecke im Frühstücksareal. Für einen extra Raum hat es nicht gereicht, man sitzt quasi in der Lobby.

Ungewohnt fühlt es sich an – allein ein Hotel zu bereisen. Neben mir eine viel ältere Dame – ebenfalls allein – mit Chanel-Täschchen, Serviette auf dem Schoß platziert. Wir wechseln ein paar Worte. Ich weiß, ich könnte mich länger mit ihr unterhalten… mag mich aber noch auf mich besinnen. Ein Besuch steht an und ich bevorzuge die Ruhe.

Langsam habe ich mich eingefunden – immer die gleiche Routine im Hotel. Ich warte auf den Service und beäuge die Tischutensilien. Meine Augen bleiben am Platzdeckchen hängen: Was um alles in der Welt ist das? Dickes Plastik mit harter Kante – beschriftet mit dem Best-Western-Willkommen-Schriftzug. Es kommt Kantinenflair auf… nur sitze ich im 4-Sterne-Hotel. Warum macht man sowas? Ok. Es gibt keine Tischdecken: Spart also Wäsche und schont die Umwelt. Gut. Aber dann sollen sie den Holztisch bitte lieber pur lassen oder irgendeine stilvollere Variante als Unterlage wählen. Wir sind zwar im Osten, aber nach Mitropa-Atmosphäre ist mir ja nun bei weitem nicht gewesen. Back to the roots. Hm. Ich überlege eine Weile, ob ich mich der Unterlage entledigen kann…

…Die Bedienung kommt aber gerade resolut mit einer Kaffeekanne und bietet ihn mir an – schon fast einschenkend…. ich frage nach Cappuccino… bekomme ihn auch wenig später – in der gleichen normalen Bistrotasse, eine kleine überschauliche Portion. Ich frage mich schon wieder: Warum?! Aber klar: So bekommt sicher keiner so schnell mit, dass ich etwas extra bekommen habe, was ja durchaus Arbeit und Kosten verursacht und andere Gäste animieren könnte, es mir nachzutun. Der Kaffee ist sogar ok, leider viel zu schnell ausgetrunken, und die Nachfrage auf mehr bleibt – wie erwartet – aus.

Vor mir sitzt am Sechsertisch eine Gruppe mit „Harley Davidson“- Shirts, vermutlich nicht mit dem Zug angereist. Die Truppe ist etwas lauter, nicht übertrieben, und macht es in einer angenehmen Weise lebendiger und nimmt den altbackenen Charme. Ich weiß bereits: Am Abend wird auf dem Hexentanzplatz in Thale die Walpurgisnacht gefeiert. Und so bestehen die Gäste nicht nur aus den erwarteten Rentnergrüppchen, denen man sonst so oft in der Stadt begegnet. Alle Hotels waren ausgebucht und gerade heute wollte ich hierher zum Besuch kommen… und bin so ungeplant in diesem Hotel gelandet.

Nun aber endlich zum Buffet. Die Strickjacke lasse ich zur Markierung meines Platzes zurück – es wäre nicht das erste mal, dass mein Tisch von anderen Hotelgästen eingenommen oder vom Service abgeräumt wird.

Das Frühstück ist Mittelklasse-Hotelstandard: Ei, Bacon, Würstchen, natürlich Wurst und Käse, Lachs, diverse Müsli, Joghurt, Obst, süße Aufstriche und verschiedene Brötchen. Kein Reißer für Gourmets, aber auch nicht schlecht. Wer normale Ansprüche hat, wird sicher zufrieden sein. Die Marmelade würde ich mir allerdings zu Hause nicht auf den Tisch stellen. Zucker pur. Die vom Aldi ist besser. Warum wird nur so oft an solchen Stellen gespart?

Ich esse mein Ei. Einen kurzen Moment realisiere ich, dass es vermutlich keine Bioqualität ist und zögere….esse weiter, wohlwissend, dass es ein Ausreißer in meiner Ethik ist.

Die Musik erklingt kaum hörbar – sehr angenehm – und so langsam stellt sich das Gefühl ein, mich treiben zu lassen… Meine Augen wandern zum riesigen Fenster. Der Blick in den großzügigen Hof, gepflastert mit großen alten Steinen, ist traumhaft. Einzelne Bäume stehen zwischen den alten Ziegelstein- und Fachwerkgebäuden. Blätter wehen im Wind und die Sonne glitzert an gusseisernen Beschlägen. Selten habe ich so einen schönen Hof gesehen und ich merke, dass dies ein besonderer Moment ist. Noch lange bleiben meine Augen haften und ich sehne mich mehr und mehr nach dem Draußen, der Sonne im Gesicht und dem Wind in den Haaren.

Ich esse etwas zu viel – auch wenn ich es nicht übertreibe, wie so manch anderer Gast, der mit übervollen Tellern wieder und wieder das Buffet verlässt. Kauend beobachte ich abwechselnd die Gäste und die Servicedamen. Ein Tisch ist frei geworden. Die Platzdeckchen werden gesäubert. Die von weiten sichtbaren Krümel daneben finden keine Beachtung… Ich esse weiter – den Zustand meines Tisches prüfend – und genieße noch ein paar Minuten das spezielle Ambiente.

Dann ist es Zeit zu gehen…. einzutauchen in einen frühlingshaften Tag mit wertvollen Begegnungen…

 


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Neulich, mit Gummihandschuhen die Toilette putzend, fiel mir auf, dass ich dabei ein schmales Kleid und Strumpfhose getragen habe. Das Outfit ist zwar nicht so ungewöhnlich bei mir, aber ich ziehe mich eben nur selten zu Hause um … auch dann nicht, wenn ich mit gelben Handschuhen hantiere. Die Option, mir im trauten Heim eine Jogginghose überzustreifen, die gibt es quasi nicht und mir fällt das ehrlich gesagt normalerweise nicht mal auf. Ich liebe es, mich fraulich zu kleiden, warum das zu Hause ändern? Auch, wenn ich die Wohnung putze, sauge, wische oder gerade koche, ziehe ich mich beinahe nie dafür um. Maximal, wenn Tomatensoße o.ä. ins Spiel kommen. Na gut… wenn ich male….dann hüpfe ich richtig gern in meine Malerklamotten….

Sprich, morgens wähle ich meine Sachen nach meiner Stimmung aus und trage die dann bis zum Abend, ob mal sportlicher oder eben mal schicker und fraulich…. Da ich manchmal gefragt werde….Einen besonderen Anlass gibt es für die frauliche schickere Variante meistens nicht.

Frauliche Kleidung….

Mit „fraulich“ meine ich übrigens kein Dekolleté, das bis zum Bauchnabel reicht oder Röcke, bei denen man nicht sicher ist, ob die ein Gürtel werden sollten…. Ich meine Sachen, die ein bisschen die Figur umschmeicheln und eben auch mal ein Rock und auch Kleid sind. Es soll die Weiblichkeit betonen, aber nicht „billig“ wirken.

Ich bin nun kein Klamottenexperte und auch eher nicht modern, aber ich würde sagen, schöne Stoffe, die weich fallen und etwas dezentere, eher natürliche Farben, die zum eigenen Farbtyp passen, sowie eine feminine Schnittführung sind auf jeden Fall eine gute Wahl.

Für mehr Weiblichkeit: Vorbilder suchen.

Manchmal braucht es aber auch einen kleinen Schubs, um mal zum Rock oder Kleid zu greifen, wenn man das nie gemacht hat und das von zu Hause auch nicht so kennt. Ich finde, gute Vorbilder im Freundeskreis sind eine gute Stütze, mal etwas auszuprobieren und sich zu trauen.

Vor ein paar Jahren war es noch nicht so „in“, andere Sachen außer Hosen anzuziehen und man sah mich früher ausschließlich (!) in Hosen und eher sportlicherem Outfit. Dann kam Bewegung auf. Anfangs hat mich eine sehr gute Freundin im besten Sinne inspiriert, Röcke und Kleider zu tragen… und später haben Freundinnen und ich uns gegenseitig darin bestätigt.

Mut zum Nicht-Perfekten

Meine Freundin hatte mir damals regelrecht vorgelebt, dass man sich auch mit einer offensichtlich nicht perfekten Figur im Rock und engen Rolli schick und gleichzeitig weiblich zeigen darf und dass das sehr attraktiv wirkt. Meine eigenen Macken waren auf einmal nicht mehr so von Gewicht und so ging es los.

Ich vermute, in meiner Jugend waren dagegen ganz unbewusst die perfekten Frauen die Vorbilder. Und ich fürchte, das ist bei der heutigen Jugend nicht weniger geworden. Die ganze Gesellschaft scheint ja irgendwelche Ideale im Kopf zum haben, mit denen man sich vergleicht.

Nur sieht die Realität eben aus: Da hat ja beinahe jede Frau irgendeinen Makel. Ich habe kurze kräftige Beine, wenig Oberweite und auch noch zu viel Bauch… (nein, ich bin nicht schwanger!) …ganz abgesehen von anderen komischen Stellen… Eigentlich genug Gründe, nicht gerade im knielangen engen Kleid daher zu kommen… Aber ich mach’s trotzdem.

Klar: Es gibt wohl in jedem Haushalt Tage, an denen man sich nicht so fühlt… Frauen, ihr wisst welche Tage ich meine… Aber es gibt eben auch genügend andere Tage… und am Ende ist es ja Wurscht. Denn wenn wir normale Frauen sowieso ALLE irgendwelche Makel haben, dann ist es im Durchschnitt auch wieder egal und wir können auch alles anziehen und sollten versuchen, das Beste draus zu machen.

Der Einfluss der Kultur…

Neben Freundinnen haben mich auch manche Urlaube inspiriert. Toll fand ich z.B. das südliche Italien. Dort sind viele Frauen so weiblich gekleidet, ohne dass man das Gefühl hat, sie würden aufgesetzt sein oder billig daher kommen. Es hat einfach Stil. Im Sommer z.B. ein schlichtes Etuikleid. Schön!

Hier, in Deutschland – so mein Eindruck – ist das nicht so selbstverständlich. Ich kenne so viele, die ich nahezu nur in Hosen zu Gesicht bekomme… zu fast allen Jahreszeiten.

Mich würde interessieren: Warum ist das so? Welche Einflussgrössen gibt es für diese Phänomen? Ist die Größe der Stadt von Bedeutung? Vielleicht auch die Einwohnerzusammensetzung? Das allgemeine Stadtbild? Die eigene Familienkonstellation/Historie? Der Freundeskreis? Ist das was Deutsches? Fühlen wir uns nicht weiblich genug? Ist das eine Modesache? Oder ist das speziell nur ein ostdeutsches Phänomen…? Interessant wäre eine Studie, die mal schaut, wo die Zusammenhänge liegen könnten…

Wie ist es bei Euch?

Tragt ihr Röcke/Kleider? Oder tragt ihr nahezu nie sowas und wenn ja: Warum nicht?

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Am 1. April muss ich spätesten beim ersten Aprilscherz an einen Comic von den Ottifanten (Otto Walkes) denken – jedes Jahr – also auch heute. Das zugehörige Buch habe ich nun schon ewig und stammt noch aus meiner persönlichen Comicepoche 😎. …irgendwie mag ich (auch) diese Art des trockenen und platten Humors.

Dabei gehts mir so, dass ich Comics wie Garfield, Hägar, Ottifanten, Werner… am liebsten nur gelesen habe und dann kichernd im Sofa saß. Beim Lesen schaffe ich es einfach nochmal mehr, die Bilder so zu fantasieren, dass diese zu meinem Humor passen.

Das Buch würde ich wieder kaufen, obwohl ich ja deutlich aus der Jugend raus bin. Aber wenn es mir mal in die Hände fällt und ich es dann durchblättere, kann ich immer noch lachen und manchmal auch ganz schön laut. 😀

Hier also der besagte Comic:

Quelle: Walkes, Otto (1994): Das zweite Taschenbuch der Ottifanten. München

Und zum Thema Aprilscherz gibts im gleichen Buch noch diesen weiteren:

Quelle: Walkes, Otto (1994): Das zweite Taschenbuch der Ottifanten. München

Das zugehörige Buch von Otto Walkes (1994) „Das zweite Taschenbuch der Ottifanten“ scheint es wohl leider nur noch gebraucht zu geben… unter anderem bei Amazon.

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