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Auch wenn der Abschied schwerfällt, manchmal ist er einfach überfällig…

Foto: Nicht mehr ganz so frischer Weihnachtsbaum heute (!) früh im Jenaer Stadtgebiet

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Rückblick auf andere Zeiten.

Da, als du noch da warst. Als wir uns so nah waren und du Dinge erzähltest, die ich nicht kannte. Als ich mit dir lachen konnte. Als ich deine Musik in meinen Ohren und im Herz hatte…

…unzählige Momente, die uns verbunden haben….

2018.

Ich werd dich immer in mir tragen. Du fehlst. Und es tut weh.

Ich mag ja solche kostenlosen Karten… und diese passt ja nun wirklich zum aktuellen Thema: Lebe jetzt dein Leben. Warte nicht auf Morgen. Und wenns denn so sein soll, dann wage auch mal etwas.

Sehr schön! 😊

Frühlingstag

Frühlingstag

Den Himmel ziert ein helles Blau
Drapiert mit weißen Streifen
Der Wind weht um die Bäume lau
Die frühen Knospen reifen

Ameisen, Käfer, Larven –
Alles ist erwacht
Findet sich ein emsig Treiben
Eben war’s noch Nacht

Narzissen sprießen überall
Wie leuchtende Laternen
Scheinen mir grad aus dem All
Greif ich nach den Sternen

Vögel fliegen hin und her
Balzen da und rufen zu
Die Wiese wieget wie ein Meer
Nun find ich endlich Ruh

(c) Traumfänger (2018)

Vorab… heute erzählte mir eine gute Bekannte, dass ihre beste Freundin mit 49 Jahren plötzlich verstorben ist. Nur 4 Wochen vorher bekam sie die Diagnose: Krebs.

Was sind 49 Jahre? Ich frage mich insgeheim: Hatte sie ein erfülltes Leben…?

Und schon bin ich mitten im Thema des Buches: Es zeigt, was Sterbende am meisten bereuen und hält uns damit den Spiegel vor, worauf wir wirklich jeden Tag achten sollten.

Das Buch war eine Empfehlung einer lieben Arbeitskollegin, nachdem ich vom Artikel der TAZ „Was am Ende zählt“ schwärmte, in der Sterbende im Hospiz Rückschau hielten. Der TAZ-Artikel läßt mich in der Tat nicht los und ich sprach bereits mit vielen in meinem Umfeld zu dem Thema. Dabei entstanden sehr nahe und ehrliche Momente.

Dieses Buch (zur Websuche) ist so ein ehrliches Abbild. Warm und menschlich und mit einer einfachen Aussage: Lebe dein Leben.

Die Autorin, Bronnie Ware, eine normale Person wie Du und Ich, erzählt viel zu ihrem eigenen Leben, manchmal gleicht es einem Abenteuer. Und sie beschreibt, wie sie dazu kam, als Vollzeitpflegekraft bei ihren Patienten zu sein, die sie bis zum Tod betreute.

Es ist eine interessante und wichtige Reise in ihrem Leben, denn es handelt von Menschen und ihren Beziehungen. Das Buch ist also keine Ansammlung von Zitaten und weisen Worten. Und so kam auch erst nach etwa 50 Seiten die erste „Weisheit“.

Nachdem ich anfangs erwartete hatte, dass sie gleich in den thematischen Kern des Buches einsteigt, freue ich mich nun sehr, dass sie ihre Erlebnisse und den Weg dorthin teilt. Ich mag ihren Stil. Er ist würdevoll. Nicht überdramatisch, nicht abwertend. Nicht gruselig oder dauertraurig. Es ist auch witzig und leicht. Von Mensch zu Mensch. Es gleicht einem großen Tagebuch. Es liest sich wie von allein und mir fällt es schwer, es wegzulegen. Aber ich habe mich entschieden, es in Etappen zu lesen. Eine Weisheit… Pause… und dann die nächste…

Und dann denke ich – neben dem Blick auf das Hier und Jetzt – plötzlich auch an das Ende:

Die Selbstverständlichkeit, die in dem Thema steckt und die Liebe, die diese Frau ihren Patienten mitgegeben hat, lässt ein Bild erscheinen, wie gute Pflege bzw. Sterbebegleitung aussehen müsste. Natürlich ist das privater Luxus. Aber wären wir das nicht alle wert? Wäre es nicht würdevoll? Wäre es nicht sinnstiftender, anstatt Geld des Staates für so manch andere unwichtige Sache auszugeben…?!

Und dann komme ich aber auch – und dafür lese ich das Buch – zu meinen Themen: Was ist mir wichtig … was möchte ich ändern… und wann mache ich nur Dinge, weil diese von mir erwartet werden? Und ich frage mich: Wie frei bin ich – wie frei ist jeder Einzelne von uns in dieser Gesellschaft?

Aber egal wie die Antwort zu dieser letzten Frage lautet: Wird sich in 200 Jahren noch jemand an uns erinnern? …Ehrlich?!… Wohl kaum…. Warum leben wir dann nicht gleich heute schon so, wie wir es immer wollten und warten nicht auf das Morgen, dass es vielleicht nie gibt?

Nachdem im letzten Jahr einige von mir gegangen waren, wandert mein Blick immer wieder auf das Leben und was wichtig ist.

In „Endlichkeit- was zählt“ hatte ich erste Gedanken dazu niedergeschrieben.

Diese Tage habe ich den sehr interessanten TAZ-Artikel „Was am Ende zählt“ gefunden, der Interviews verschiedener Menschen im Hospiz – in Vorbereitung auf ihren Tod – zusammen trägt.

Direktlink zum Artikel:

https://taz.de/Kurz-vor-dem-Tod/!5487927/

Lese ich die verschiedenen Sichtweisen, so frage ich mich: Warum machen wir uns unsere Endlichkeit nicht bewusster, um damit im Hier und Jetzt auch bewusster zu leben? Können oder sollten wir nicht alle von den Worten derer lernen, die sich auf den Tod vorbereiten?

Vorab ein Gedanke, der mir beim Schreiben einfiel:

Zufälle beherbergen kleine Schätze in jedem Alltag.

Per Zufall bin ich über das Buch gestoßen und habe mich zum Glück entschieden, es auch zu lesen.

Der Titel macht seinem Namen alle Ehre, mit seiner Anreihung unterschiedlichster „verbotener“ Momente.

Bereits nach wenigen Sätzen hat es der Roman geschafft, mich völlig in seine Welt zu heben. Der Wechsel aus einer Gegenwart der 70er und der Zeit um den 2. Weltkrieg ist sehr gelungen. Verschiedene Erzählstränge zu unterschiedlichen Personen klären nach und nach ihre Verbindungen auf. Es geht um Liebe zwischen Mann und Frau, Liebe zu Kindern, Freundschaft, Geheimnissen aber auch Ängsten. Es handelt von kleinen Helden des Alltags und aber auch von den Grenzen Einzelner. Dabei werden verschiedene Facetten des Naziregimes ganz selbstverständlich eingewoben – das schwere Thema ist gut platziert, aber in einer Art und Weise, die ich noch gut tragen konnte, da der Fokus bei allem auf der Liebe liegt und der inneren Kraft des Menschen.

Ein schönes Zitat dazu ist folgendes:

„Manchmal sind es die Dinge im Leben, über die wir nicht sprechen und unerwähnt lassen – weil uns die Worte fehlen und sie zu groß und gewaltig sind, um sie in ihrem Schmerz, ihrer schweren Last oder auch ihrer unglaublichen Freude auszudrücken – die von Bedeutung sind. Obwohl wir nach außen den Anschein erwecken, jene Ereignisse hätten nie existiert, um es uns selbst leichter zu machen, sind sie es doch, die am prägendsten für unser Dasein sind“ (S. 195).

Auch wenn ich krankheitsbedingt mich nicht so lange konzentrieren konnte, war ich froh, wenn ich dazu kam, endlich weiter lesen zu können. Es war wirklich vom Anfang bis zum Ende kurzweilig und fesselnd und deshalb möchte ich euch das Buch sehr nahe legen.

Eine volle Empfehlung!

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