Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll, denn soeben habe ich erfahren, dass die Textilindustrie die Konfektionsgrößen neu vermessen wird. Dies passiert an Freiwilligen mit einem Ganzkörperscanverfahren. Damit soll der neue Durchschnittsbürger erfasst werden. Und da beginne ich zu überlegen: Bin ich jetzt durchschnittlich? Passen mir dann die Sachen besser, gleich oder schlechter als bisher? Ein wenig skeptisch bin ich schon, ich gebe es ja zu.
Da bleibt mir zum Glück das Wissen, dass ja sowieso jede Firma scheinbar ihre eigenen Messungen vornimmt. Denn einmal zwänge ich mich gerade so in die 34, ein anderes mal in die 38. Besonders in der Damenmodenabteilung von großen Kaufhausketten fällt mir auf, dass dort die 36 sackartig geschnitten ist, wohl um der fülligen Dame zu schmeicheln. Schon oft habe ich innerlich in der Umkleidekabine einen lauten Fluch ausgerufen, weil ich mich nicht mehr wie eine 16-Jährige kleiden will („Junge Mode“), aber nach was Schickem und trotzdem Figurbetonten vergeblich in der Damenabteilung gesucht habe. Sinn & Leffers in Jena ist da für mich das Paradebeispiel. Die in Jena wohnen werden jetzt bestimmt alle zustimmend nicken….
… Mir fällt gerade ein, es gab Zeiten, da habe ich per Hand (Nähmaschine besaß ich nicht) manche T-Shirts schmaler genäht, um den auftretenden Schlabberlook etwas zu bremsen….
Das waren noch Zeiten…. mit viel Freizeit!