Das ist doch mal was: Journalismus, der was bringt: Günther Wallraff, bekannt mit seinem Bestseller „Ganz unten“ (echt spannend zu lesen!), war mal wieder undercover als einfacher Arbeiter verkleidet unterwegs, hat versteckt gefilmt und mit seinem Beitrag einiges bewegen können.
Der Bericht über die Brotfabrik „Weinzheimer“ ist interessant: Unglaublich, dass in unserer Zeit, immer noch Firmen in Deutschland agieren, als wären sie in den 70er Jahren, was die Sicherheitsbedingungen, der Umgang mit den Mitarbeitern und die Bezahlung betrifft. Wenn die Angestellten selbst sagen, sie fühlen sich wie im „Straflager“, dann ist das doch schon sehr bezeichnend.
Leider kann das auch indirekt als Folge der „Politik“ des Arbeitsamtes bezeichnet werden. Denn kündigen dürfen die Arbeiter nicht, dann müssten sie Kürzungen vom Amt in Kauf nehmen! Am Ende wird mit der Angst der Menschen vor Ausgrenzung gespielt. Wäre diese Angst und Unsicherheit nicht, wären sie nicht klein gemacht in ihrer Geschichte, dann hätten sie die Courage sich zu melden und die Missstände aufzuzeigen. So bleiben sicherlich noch viele Firmen in Deutschland unentdeckt, die ähnliche Mitarbeiterpolitik betreiben.
Mir bleibt da nur zu sagen: Mehr Wallraffs für unser Land!
…mehr Infos im Artikel von Wallraff selbst (veröffentlicht in der Zeit) und auf dem Blog von Perspektive 2010.